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Godefroot kritisiert Ullrich: "Talent allein reicht nicht"

Für Jan Ullrich brechen nach der Tour schwere Zeiten an: T-Mobile-Manager Walter Godefroot kritisierte den schwächelnden deutschen Rad-Held und seinen persönlichen Betreuer, Rudy Pevenage, mit heftigen Worten.

T-Mobile-Manager Walter Godefroot hat am Samstag seinen Mannschafts-Kapitän Jan Ullrich und dessen persönlichen Betreuer in zwei Interviews in französischen Zeitungen heftig kritisiert. «"Talent allein reicht nicht", sagte Godefroot dem "Figaro". Zu Ullrichs persönlichem Berater Rudy Pevenage habe er weder "professionell noch persönlich" Vertrauen. Der «L’Equipe» sagte der 61-jährige Belgier, der Ullrich im Vorjahr in sein Team zurückgeholt hatte: "Der Professionalismus Erik Zabels und das Talent Ullrichs ergäbe zusammen einen Eddy Merckx." Ullrich fehle der nötige "Killerinstinkt".

Godefroot hatte mit seinem früheren Kollegen Pevenage gebrochen, als dieser Ullrich im Winter 2002 mitten in der Saisonvorbereitung im Team-Telekom erst zu Coast und dann zu Bianchi gefolgt war. Als Ullrich 2003 zu den Bonnern zurückkehrte, ließ er sich in seinem Vertrag die Betreuung durch Pevenage, seinen Bruder Stefan als Mechaniker und eine persönliche Physiotherapeutin festschreiben. Das Kompetenz-Durcheinander bei T-Mobile wird von vielen Beobachtern als ein Grund des insgesamt schwachen Abschneidens Ullrichs bei der 91. Tour de France angesehen.

Ullrich, der zu Tour-Beginn eine durch Antibiotika behandelte Erkältung überstehen musste, lag vor dem Zeitfahren am vorletzte Tourtag auf dem vierten Rang der Gesamtwertung. Der 30-jährige Olympiasieger war angetreten, seinen Toursieg von 1997 zu wiederholen und Lance Armstrong im vierten Aufeinandertreffen zum ersten Mal zu schlagen.

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