HEW-Cyclassics Sieg für Stuart O'Grady


Der Australier Stuart O'Grady hat am Sonntag in Hamburg das Weltcuprennen HEW-Cyclassics gewonnen. Er siegte im Massenspurt nach 250 Kilometern vor Paolo Bettini und dem Weltmeister Igor Astarloa.

Stuart O'Grady hat Jan Ullrich und den Italienern beim einzigen deutschen Weltcup-Rennen die Show gestohlen. Der Australier gewann am Sonntag in Hamburg die HEW-Cyclassics nach 250,3 km und verwies den Vorjahressieger Paolo Bettini (Italien) vor Weltmeister Igor Astarloa (Spanien) auf den zweiten Platz. Der italienische Weltcup-Spitzenreiter Davide Rebellin vom Team Gerolsteiner konnte seine Führung in der Gesamtwertung nach dem sechsten von zehn Weltpokal-Rennen ausbauen, obwohl er im Massensprint nur Rang sechs belegte. Er hatte nach seinen Erfolgen im April bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und beim Amstel Gold-Race auf den dritten Weltcup-Erfolg spekuliert.

Bester deutscher Radprofi beim Heimspiel in Hamburg war Erik Zabel auf dem siebenten Rang. Dem Spitzenreiter der Weltrangliste hatte ein Defekt 40 Kilometer vor dem Ziel zugesetzt. Nach Schätzungen der Veranstalter verfolgten über 800.000 Zuschauern das Rennen an der Strecke. Ullrich, im Vorjahr noch dritter in der Hansestadt, rollte zeitgleich mit O'Grady ins Ziel. Nach der Vorletzten von fünf Besteigungen des 600 Meter langen und zum Teil 15 Prozent steilen Wasebergs hatte sich eine 25-köpfige Spitzengruppe gebildet, die bis ins Finale noch Zuwachs bekam.

Vor den 181 Profis waren 14.000 Jedermann-Fahrer auf die Strecke gegangen

Bereits 30 km nach dem Start hatten sich vier Ausreißer, unter ihnen Steffen Radochla und Roberto Lochowski (beide Leipzig), abgesetzt. Ihr Maximal-Vorsprung betrug fast 16 Minuten, im Finale hatten sie erwartungsgemäß allerdings keine Chance mehr und wurden eingeholt. Vor dem zweiten Anstieg auf den Wasebergs war das Quartett bereits zerschlagen.

Am Vortag hatte es zwischen T-Mobile-Manager Walter Godefroot und dem von ihm während der Tour de France heftig kritisierten Ullrich eine erste, kurze Aussprache gegeben. "Wir haben weitere Gespräche verabredet. Wenn es ein konkretes Ergebnis gibt, werden wir es mitteilen", sagte der 30-jährige Olympiasieger, der zusammen mit seinem persönlichen Betreuer Rudy Pevenage nach Rang vier bei der Frankreich-Rundfahrt wegen angeblich unprofessioneller Vorbereitung in die Kritik geraten war. "Ich bin ehrgeizig und trainiere hart. Ich kann mich nur nicht das ganze Jahr auf das Radfahren konzentrieren. Ich brauche im Winter meine Zeit zum abschalten", meinte Ullrich, dessen Vertrag mit T-Mobile noch bis 2006 läuft.

Vor den 181 Profis war die Rekordzahl von 14.000 Jedermann-Fahrern in Hamburg auf die Strecke gegangen. Der sechsfache Tour-Sieger Lance Armstrong war nicht am Start. Er hatte sich am Vortag mit einem vierten Rang im 82,2 km langen Paarzeitfahren in Bühl, das Jens Voigt/Bobby Julich (Berlin/USA) gewannen, aus Europa verabschiedet. Dabei wiederholte der Texaner sein Versprechen vom Tour-Finale aus Paris: "Ich komme zurück zur Tour, vielleicht schon 2005." Das nächste Weltcup-Rennen findet am kommenden Samstag in San Sebastian statt. Vom kommenden Jahr an löst die Pro-Tour mit rund 40 Rennen im Jahr die Weltcup-Serie ab.

Andreas Zellmer, dpa


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