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Handball: Supercup - Deutschland verliert auch gegen Spanien

Deutschland hat den Supercup nach der abschließenden Niederlage gegen Spanien auf dem letzten Platz beendet. Es blieb die Erkenntnis, dass der neue Bundestrainer Martin Heuberger die alten Probleme von Heiner Brand übernommen hat.

Deutschland hat beim Supercup in Halle auch das dritte Spiel gegen Spanien mit 23:27 verloren und nach drei Niederlagen den letzten Platz belegt. Als Turniersieger standen die Iberer bereits vor der Partie fest.

Im abschließenden Spiel warfen vor 7100 Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion Markus Richwien (6) und Holger Glandorf (5) die meisten Tore für den Gastgeber, der erst am 7. und 8. Januar jeweils gegen Ungarn seine nächsten Länderspiele bestreitet. Oliver Roggisch sah nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte (59.).

Die individuelle Klasse fehlt 

Die Premiere von Bundestrainer Martin Heuberger ist damit missglückt, eine Überraschung ist das allerdings nicht. Immerhin traf der WM-Elfte Deutschland bei dem Turnier auf drei Halbfinalisten der letzten Weltmeisterschaft. Neue Erkenntnisse brachte der Supercup nicht, stattdessen manifestierten sich die Erfahrungen der letzten Turniere. Deutschland fehlt zwar nicht viel zu den großen Teams, aber im Endeffekt reicht die individuelle Klasse nicht aus.

In der Abwehr und im Tor kann Deutschland auf höchstem Niveau durchaus mithalten, im Angriff allerdings nicht – diese Tatsache wurde auch im Duell mit dem WM-Dritten Spanien deutlich. Die deutsche Mannschaft ging hochmotiviert zu Werke, musste aber schnell wieder einem Rückstand hinterherlaufen.

Nach dem 1:2 (4.) wuchs der Abstand bis auf 4:9 (17.) und 5:11 (20.) an. Deutschland tat sich in dieser Phase unglaublich schwer, Torchancen zu erspielen. Mit einem funktionierenden Kollektiv die fehlende individuelle Klasse ersetzen – so könnte die Erfolgsformel lauten, doch genau das klappte nicht. Es fehlt ein Spielmacher von Format, ein eiskalter Vollstrecker am Kreis und ein Rückraumschütze, der die Bälle einfach mal reinhaut, wenn spielerisch nichts geht.

In der Mitte versuchte sich Martin Strobel zunächst als Organisator, doch zu häufig waren seine Anspiele zu durchsichtig. Kam doch mal ein Ball an den Kreis zu Christoph Theuerkauf, dann scheiterte der gleich zweimal an Arpad Sterbik.

Heinevetter überragend

Allein Torwart Silvio Heinevetter war es zu verdanken, dass Deutschland im Spiel blieb. Mit unglaublichen Paraden brachte er die Spanier zur Verzweiflung und nagelte zehn Minuten bis zur Pause seinen Kasten zu. Die DHB-Auswahl kam dadurch wieder auf 9:11 heran.

Nach der Pause präsentierte sich Deutschland im Angriff etwas zielstrebiger. In der Anfangsphase überzeugte vor allem Adrian Pfahl mit drei Toren. Wenig später nahm Heuberger in von der Platte und gab Holger Glandorf ein bisschen Spielzeit. Das zahlte sich aus. Der Flensburger präsentierte sich wie zu besten Zeiten und warf bis zum Spielende fünf Tore. Bei Gegenstößen war zudem Markus Richwien immer wieder erfolgreich.

Ärgerliche Fehler verhindern Erfolgserlebnis

Die Spanier wirkten Mitte der zweiten Halbzeit etwas lethargisch und physisch nicht mehr richtig präsent. Deutschland nutzte das und lag plötzlich sogar mit 21:20 (52.) in Führung. Die Fans witterten eine Überraschung, doch genau in dieser Phase machten individuelle Fehler ein mögliches Erfolgserlebnis zunichte. Ein unnötiger Ballverlust ermöglichte Spanien wieder die Führung, im Anschluss vergab Patrick Wiencek freistehend am Kreis und schon lag die DHB-Auswahl wieder mit zwei Toren zurück.

Diesen Vorsprung brachten die Spanier schließlich ungefährdet über die Runden. Zumindest kämpferisch überzeugte Deutschland beim Supercup, allerdings wurde auch deutlich, dass Martin Heuberger bis zur EM im Januar viel Arbeit bleibt, um die Abläufe und das Spielverständnis zu verbessern. Die Zeit scheint dafür allerdings sehr knapp bemessen.

sportal.de / sportal

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