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Hawaii-Erdbeben: "Gezittert als es begann"

Am Wochenende findet auf Hawaii der Ironman statt. Nach dem schweren Erdbeben finden die Triathleten langsam wieder in den Trainingsalltag. Aber der Schock steckt allen noch in den Knochen.

Leichte Nachbeben, Regenstürme und Lavabrocken auf den Straßen der pazifischen Urlaubsinsel Big Island: Fünf Tage vor dem Start des Ironman Hawaii haben die meisten der 1800 gemeldeten Triathleten nach den schweren Erdbeben rund um Kailua-Kona wieder zum Trainings-Alltag zurückgefunden. Veranstalter-Sprecher Blair LaHay bestätigte am Montagabend (Ortszeit), dass das Rennen am Samstag stattfinden wird, die Radstrecke aber eventuell umgeleitet werden muss.

Die deutschen Topathleten mit den ehemaligen Hawaii-Siegern Thomas Hellriegel, Normann Stadler sowie Vorjahressieger Faris Al-Sultan an der Spitze setzten ihre Vorbereitungen auf die Strapazen über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen fort.

Aufgerissener Aspahlt

Europameister Timo Bracht aus Mannheim hatte gerade seine Trainingsdaten kontrolliert, als das Beben begann. "Gasexplosion oder ein Flugzeugabsturz auf unser Hotel, war mein erster Gedanke. Wir warfen uns von den Betten flach auf den Boden", erzählte der Familienvater, der nach der Entwarnung noch 70 Kilometer zwischen Erdbrocken über den Highway radelte. Ute Mückel, Siegerin des Ironman Wisconsin 2005, erlebte das Erdbeben beim Frühstück: "Als es begann, habe ich gezittert. Der Strom war weg."

Auch Kate Major (Australien), Dritte des Ironman Hawaii 2005, war von den Naturgewalten schwer beeindruckt: "Zwischen Schutt und Steinen war teilweise der Asphalt aufgerissen." Die sechsfache Hawaii-Gewinnerin Natascha Badmann (Schweiz) und ihr Trainer und Lebensgefährte Toni Hasler retteten sich aus ihrem schwankenden Haus auf die Straße.

Olympiasiegerin Kate Allen (Österreich) hatte Todesangst verspürt, wollte aber unbedingt am Samstag starten: "Eine Kate Allen reist nicht vorzeitig so schnell ab. Ich bin nur ein bisschen nervös", meinte die 36-jährige gebürtige Australierin, die mit ihrem Ehemann Marcel Diechtler die Schrecksekunden erlebte.

DPA

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