Hintergrund DNA-Analyse und Eigenblutdoping


Eine DNA-Analyse der verdächtigen Blutproben aus einer Madrider Praxis kann den unter Doping-Verdacht stehenden Radprofi Jan Ullrich entlasten - aber auch überführen.

Die entscheidende Frage ist, ob die DNA der Proben mit Ullrichs Erbsubstanz übereinstimmt. Ist das der Fall, wäre bewiesen, dass der T-Mobile-Profi mit dem Labor zusammengearbeitet hat - und mutmaßlich sein Blut zur Anreicherung mit roten Blutkörperchen "gespendet" hat. Ist das nicht der Fall, läge kein Hinweis auf Eigenblutdoping mehr vor.

Beim Eigenblutdoping wird einem Sportler in den Wochen vor einem Wettkampf zwischen einem halben und einem Liter Blut entnommen. Der Körper bildet dann im Laufe mehrerer Wochen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nach. Wenn das entnommene Blut dann retransfundiert wird, erhöht sich die Konzentration (Hämatokrit) der roten Blutkörperchen. Dadurch kann das Blut mehr Sauerstoff transportieren, so dass die Ausdauerleistung steigt. Eigenblutdoping ist verboten, der Nachweis im Körper aber unmöglich. Allenfalls kann ein erhöhter Hämatokritwert einen Hinweis darauf geben.

Mit Hilfe einer DNA-Analyse kann sicher festgestellt werden, ob die Blutkonserven Ullrich zuzuordnen sind, wie es die Unterlagen der spanischen Ermittler nahe legen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der so genannte genetische Fingerabdruck bei zwei Menschen übereinstimmt, wird auf 1 zu 30 Milliarden geschätzt. Eine solche Analyse ist in einem entsprechend ausgerüsteten Labor binnen weniger Stunden - und damit auch bis zum Start der Tour de France - möglich.

Selbst wenn der Test negativ ausfiele, bestünde noch die Möglichkeit, dass fremdes Blut zum Doping benutzt werden sollte. Fremdblutdoping ist jedoch mit weit höheren Risiken verbunden und zudem seit 2003 nachweisbar.

DPA DPA

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