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Lieblings-Sportarten: Zwischen Baseball-Feld und Sumo-Ring

Supotsu - das japanische Wort für »sports«. An der Spitze der Supotsu-Beliebtheitsskala rangieren Baseball und Fußball. Doch noch immer ist das keine Konkurrenz für Traditionen wie Sumo und Kendo.

Supotsu - das ist das japanische Wort für »sports«. Gemeint sind damit Sportarten wie Tennis, Skilaufen, Bergsteigen, Rugby und Leichtathletik. Was viele erstaunen wird: An der Spitze der Supotsu-Beliebtheitsskala rangieren Baseball und Fußball.

Fußballerische Spätzünder

Die professionelle japanische Fußball-Liga (J-League) gibt es allerdings erst seit 1993, fünf Jahre später nahm Japan erstmals an einer Fußball-WM teil. Viel schneller ging es da beim Baseball: Bereits 1879 wurde der erste Baseball-Club Japans gegründet, ab 1934 gab es dann eine Profiliga. Heute wird in zwei Ligen - der Central und der Pacific - mit jeweils sechs Teams gespielt.

Sumo hat Gewicht

Mindestens genauso populär ist in Japan aber nach wie vor der Fight der starken Männer: Sechsmal im Jahr finden in Japan 15-tägige Sumo-Turniere statt. Die Japaner reagieren darauf nach wie vor mit ungebrochener Begeisterung: Zehntausende machen sich regelmäßig zu den Kämpfen auf, um den Schwergewichten beim Ringen zuzusehen.

Götter im Ring

Zwischen 110 und 200 Kilo bringt ein Sumo-Ringer auf die Waage: Das sollte aber nicht dazu verleiten, falsche Rückschlüsse auf den Fitnessgrad zu schließen - an diesen Körpern ist jeder Zentimeter durchtrainiert. Bekleidet mit einem schmalen Leinentuch, steigen die wie Götter verehrten Kämpfer in einen Ring aus Sand mit 4,5 Meter Durchmesser. Die Regel besagt: Es verliert, wer den Boden mit einem anderen Körperteil als den Füßen berührt, wer auf die Begrenzung des Rings tritt oder aus diesem herausgedrückt wird.

Kendo can do

Judo, Karate und Aikido genießen wie Sumo hohe Popularität - doch auch Kendo hat seinen besonderen Reiz. Kendo - übersetzt »Weg des Schwertes« gilt als eine der wichtigsten von den Samurai-Rittern praktizierten japanischen Kampfsportarten. Bei dieser Art des Fechtens treten sich zwei Kämpfer mit spezieller Schutzkleidung gegenüber und greifen nach einem strengen Reglement Kopf, Rumpf und Handgelenke des Gegners mit einem Bambusschwert an.

Der lange Weg zur koreanischen Super League

Anders als Japan begeisterte man sich in Korea schon früher für den Rasensport: Mit der Gründung des ersten Verbandes, des »Joseon-Fußballverbandes«, wurde am 19. September 1933 ein wichtiger Grundstein gelegt. 1948 trat bei den Olympischen Spielen in London unter dem Namen »Republik Korea« erstmals eine koreanische Fußballmannschaft international auf. 1954, bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz, war man stolz auf die erste WM-Teilnahme. Und 1983 wurde schließlich die »Super League«-Profiliga ins Leben gerufen.

Mit dem Sappa beim Ssirum

Trotz der heutigen großen Begeisterung für Fußball und auch Baseball wollen die Koreaner allerdings auch nicht auf ihre traditionellen Sportveranstaltungen verzichten, die seit altersher zu bestimmten Festtagen ausgetragen werden. Dem japanischen Sumo ähnlich ist »Ssirum«, das man auch profan als Ringen bezeichnen könnte: Zwei Kämpfer halten einander an der Sappa (Lendentuch) fest und versuchen, den Gegner zu Boden zu werfen. Wer dabei die größere Zähigkeit und Geschicklichkeit beweist, gewinnt.

Taekwondo: Anstand in Wort und Tat

Bei der Olympiade 2000 in Sydney wurde Taekwondo als offizielle Sportart anerkannt - zur Freude der Koreaner. Der beliebte Kampfsport gilt nicht nur der Selbstverteidigung, sondern auch der Charakterbildung: Ein Taekwondo-Sportler sollte in Worten und Taten stets Anstand wahren, darin zeigt sich eine gefestigte Persönlichkeit. Die Technik des Taekwondo gilt als extrem variantenreich - hier ist voller Körpereinsatz gefragt.

Wippen - nur für Frauen

Eher ein Volksvergnügen als ein Sport ist Nolttwigi, die »Koreanische Wippe«: Bei dem traditionellen Spiel für Frauen lassen sich die Teilnehmerinnen von den Enden eines Bretts, das auf einem Strohsack liegt, abwechselnd hochkatapultieren. Gewinner gibt es dabei nicht - dafür aber jede Menge Spaß.

Antje Scholz

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