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London Marathon: Läuferin bricht kurz vor Schluss zusammen und kriecht über Ziellinie – in Bestzeit

Eine Läuferin hat sich mit letzter Kraft und auf allen Vieren über die Ziellinie beim London Marathon am Sonntag gekämpft. Hayley Carruthers schlug dabei sogar ihre persönliche Bestzeit.

Unbändiger Wille trotz versagender Muskeln: Hayley Carruthers schleppt sich beim London Marathon ins Ziel

Unbändiger Wille trotz versagender Muskeln: Hayley Carruthers schleppt sich beim London Marathon ins Ziel

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Der Schmerz ist ihr ins Gesicht geschrieben. Jede Bewegung tut unheimlich weh, das sieht man ihr an. Aber es ist die Zielgerade. Hayley Carruthers ist gerade 42 Kilometer gelaufen. Noch die letzten paar Meter, dann hat sie den London Marathon hinter sich gebracht. Doch kurz vor der orangenen Linie verlässt sie die Kraft. Die 26-jährige Leichtathletin bricht zusammen. Sie muss die komplette Strecke aus eigener Kraft schaffen, das weiß sie. Also kriecht sie auf allen Vieren die letzten Meter, hievt ihren Körper über die Ziellinie. "Ich konnte meine Beine einfach nicht mehr heben", sagt sie später im Radio, wie die BBC berichtet.

Hayley Carruthers musste auch die letzten Meter des London Marathon aus eigener Kraft bewältigen, notfalls eben auf allen Vieren

Hayley Carruthers musste auch die letzten Meter des London Marathon aus eigener Kraft bewältigen, notfalls eben auf allen Vieren

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Nachdem sie die Ziellinie überquert hatte, ließ sie sich wegtragen

Nachdem sie die Ziellinie überquert hatte, ließ sie sich wegtragen

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Carruthers, die für den National Health Service arbeitet, das staatliche britische Gesundheitssystem, bemerkte nach eigenen Angaben schon nach gut der Hälfte der Marathon-Strecke, das es heute ganz besonders schwer für sie werden würde. "Meine Beine fühlten sich wie Blei an und ich mich schlecht", sagt sie. Mit jedem Kilometer sei es "langsam immer schlechter und schlechter" geworden. "Es war das Schwierigste, was ich je machen musste."

London Marathon: Hayley Carruthers schlägt persönliche Bestzeit

Ihre Qualen sollten sich für die junge Athletin auszahlen: Mit 2 Stunden 33 Minuten und 59 Sekunden unterlief sie ihre bisherige Bestzeit um knapp drei Minuten, wie die BBC berichtet. Mit dieser Zeit belegte sie einen starken 18. Platz. Insgesamt gingen rund 40.000 Läufer in London an den Start. Carruthers wusste nach dem Rennen bereits, welche Fehler sie gemacht hatte. "Wir haben zu schnell angefangen, ich habe mich mitreißen lassen von der Begeisterung, dass ich in der Elite-Klasse an den Start ging und einfach von der Begeisterung, hier in London zu laufen." Die erste Hälfte sei sie "zu zügig" gelaufen und ab dann sei es ein "Überlebensfest" geworden, so Carruthers.

Auf ihrem Twitter-Account war sie am Folgetag bereits wieder zu Späßen aufgelegt. Während sie wieder ganz normal ihrer Arbeit im Gesundheitssektor nachging, postete sie ein Foto ihrer bandagierten Knie und schrieb: "Heute habe ich gelernt, wie man NICHT einen Marathon laufen sollte."

 

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Quellen: BBC / Twitter

fin
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