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Motorsport: Bradl muss WM-Führung abgeben

Fünf Monate führte Stefan Bradl die Motorrad-Weltmeisterschaft an, doch nun musste er drei Rennen vor dem Ende Marc Marquez überholen lassen. Durch seinen hart erkämpften vierten Platz in Motegi bleibt er aber im Rückspiegel des Führenden Spaniers.

Die WM-Führung verloren, den Kampfgeist nicht: Stefan Bradl musste sich im Rennen der Moto2 beim Grand Prix von Japan in Motegi mit Platz vier begnügen und ist damit in der Gesamtwertung der Motorrad-WM erstmals seit fünf Monaten nur noch Zweiter. 

Drei Rennen vor dem Saisonende ist Marc Marquez (Spanien) nach seinem zweiten Platz in Japan neuer Spitzenreiter mit einem Punkt Vorsprung vor Bradl. Der Italiener Andrea Iannone feierte in Motegi seinen dritten Saisonsieg. "Ich habe zwar die WM-Führung verloren, aber noch nicht die WM", sagte Bradl auf Sport1 kämpferisch.

Bradl kämpfte und holte alles raus

Bradl hatte in Motegi mehr technische Probleme als erwartet. So fand sich der Kalex-Pilot lediglich auf Startplatz acht wieder und ahnte nichts Gutes. Er habe kein gutes Gefühl für das Vorderrad und auch nicht für das Hinterrad, verkündete der Zahlinger noch vor dem Start. Im Rennen war davon aber glücklicherweise nicht viel zu spüren. Zwar rutsche Bradl mehrfach gefährlich, doch er hielt lange mit Iannone und Marquez mit.

"Am Ende war es unmöglich, den beiden zu folgen", sagte Bradl und hob fast schon entschuldigend die Arme. In jedem Fall zeigte Bradl Kampfgeist. Als er in der letzten Runde vom dritten auf den fünften Platz zurückzufallen drohte, nahm er sein Herz in beide Hände und rettete mit gewagten, aber gekonnten Manövern Rang vier. "Wir haben das Beste herausgeholt", analysierte Bradl.

Cortese selbstkritisch

In der 125-Kubikzentimeter-Klasse mussten sich Sandro Cortese (Berkheim) und sein Aprilia-Markenkollege Jonas Folger mit den Plätzen fünf und sechs zufriedengeben. Erstmals in seiner Karriere konnte Derbi-Pilot Johann Zarco aus Frankreich einen Grand Prix gewinnen und den Rückstand in der Gesamtwertung auf den diesmal Zweiten Nikolas Terol aus Spanien auf 31 Zähler verkürzen. Das Rennen der Königsklasse MotoGP gewann der Spanier Daniel Pedrosa. Sein Honda-Teamkollege Casey Stoner verpasste als Dritter eine Vorentscheidung im Kampf um die WM-Krone.

Probleme in den ersten Runden kosteten Cortese und Folger eine Podestplatzierung. Bis die beiden Deutschen ihren Rhythmus gefunden hatten, war der Zug an der Spitze schon abgefahren. "Ich habe mich nicht wohlgefühlt, hatte Kopfschmerzen. Das soll aber keine Ausrede sein. Wir mussten die ganze Zeit kämpfen, um dran zu bleiben", meinte Cortese. Und Folger übte Selbstkritik: "Ich habe in den ersten Runden viel zu viele Fehler gemacht. Ansonsten wäre sicher mehr möglich gewesen", bemerkte der 18-Jährige.

sportal.de / sportal

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