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NBA NBA sagt die ersten zwei Wochen der Saison ab


Die größten Befürchtungen der NBA-Fans sind wahr geworden. Nach erneut gescheiterten Gesprächen hat Commissioner David Stern die ersten zwei Wochen der neuen NBA-Saison abgesagt. Die Positionen seien zu unterschiedlich, als dass sie überbrückt werden könnten, hieß es übereinstimmend aus beiden Lagern.

Die selbstgesetzte Deadline hat NBA-Commissioner David Stern zur Absage der ersten zwei Wochen und somit von 100 Spielen der neuen Saison gezwungen. "Beide Seiten sind noch sehr weit von einer Einigung entfernt", begründete Stern die Entscheidung gegenüber espn.com und verglich die Lücke zwischen Besitzern und Spielern mit einem "Golfstrom" über den bis jetzt keine "Brücke gebaut werden kann".

Zuvor hatten Besitzer und Spielervertreter ein weiteres, ergebnisloses Treffen abgehalten, das Stern um den weiteren Verlauf der Saison fürchten lässt. "Jeder weitere Tag zwingt uns dazu, zu überlegen, ob weitere Spiele abgesagt werden müssen", zitierte ESPN Stern weiter.

Die nun bereits abgesagten Spiele dürften die Besitzer nach ersten Schätzungen rund 80 Millionen Dollar an Ticket-Einnahmen kosten. Wie hoch der reale Verlust ist, dürfte sich nicht beziffern lassen, da zusätzlich Einnahmen aus dem Souvenir- und Getränkeverkauf sowie Parkgebühren verloren gehen. Noch härter trifft es allerdings die Angestellten der Arenen, die nun vorerst auf der Straße stehen.

Absage mit Kalkül?

In ihrer Uneinigkeit zeigten sich Liga und Spielervertreter selten einig. So gab Gewerkschaftspräsident Derek Fisher von den Los Angeles Lakers dem Commissioner bezüglich der weit entfernten Verhandlungspositionen recht. "Wir befinden uns nicht in der Position, dass wir uns mit der NBA einigen könnten", erklärte Fisher gegenüber msnbc.com.

Nach Berichten war es allerdings in der Hauptsache gar nicht die Verteilung der Gelder, die für die größte Diskrepanz sorgte. Die neue Auslegung der Luxussteuer, die Länge des zu verhandelnden CBA, des Tarifvertrags, Vertragslaufzeiten und jährliche Gehaltssteigerungen sorgten für Missstimmung zwischen den Parteien. "Wenn sie gewollt hätten, hätten sie sich einigen können", zitierte cbssports.com einen Insider.

Steht die ganze Saison auf dem Spiel?

"Ich denke, das war alles Teil eines Plans", schlug Billy Hunter von der Spielergewerkschaft laut cbssports.com in dieselbe Kerbe. Bereits gegenüber ESPN hatte er zuvor den Verdacht geäußert, dass die Besitzer hoffen würden, dass ein paar Monate ohne Gehaltscheck die Spieler zum einlenken bewegen. Stern bestätigte den Gewerkschaftsboss indirekt, als er gegenüber cbssports.com andeutete, dass der nun beschlossene Ausfall von Spielen die Position der Besitzer verhärten würde. Über weitere Absagen würde im Zwei-Wochen-Abstand entschieden werden, so Stern weiter.

"Es wäre närrisch von ihnen, die ganze Saison abzusagen", machte Hunter den Fans und seinen Spielern Hoffnungen. "In dieser wirtschaftlichen Situation ist es fraglich, ob sich einige Besitzer von einer solchen Absage finanziell wieder erholen würden." Neue Gespräche sind derzeit noch nicht angesetzt, der nun geltende Auftakttermin des 15. November ist alles andere als sicher. Fans müssen weiterhin befürchten, eine ähnlich verkürzte Saison wie 1998/99 vor sich zu haben. Damals wurden 464 Spiele abgesagt, jedes Team absolvierte damals 50 Partien.

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