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NHL: Icecrusher - Was machen eigentlich die Deutschen?

Diese Woche widmen wir uns Top-Rookie Ryan Nugent-Hopkins, der es trotz eines überragenden Saisonstarts vielleicht nicht schafft, seinen Platz im Team der Edmonton Oilers zu behalten und schauen uns an, was die deutschen Spieler diese Saison bisher geleistet haben.

Nummer-1-Pick Ryan Nugent-Hopkins hat sich bisher als Volltreffer für die Edmonton Oilers erwiesen und führt die Rookie-Rangliste mit fünf Toren und acht Punkten aus acht Spielen deutlich an. Auch dank seines starken Einstandes in der NHL haben die Oilers einen ordentlichen Saisonstart hingelegt mit zehn Punkten aus acht Spielen.

Aber zur Überraschung der Fans, scheint sein bisheriges Auftreten keine Garantie für Nugent-Hopkins zu sein, auch in Zukunft für Edmonton in der NHL aufzulaufen. Der Club hat noch ein Spiel Zeit, über die Zukunft seines 18-jährigen Jungstars - NHL oder Minor League - zu entscheiden.

Dann hätte RNH neun Saisonspiele absolviert und das nächste würde den Start seines Dreijahres-Einstiegsvertrages bedeuten. Das Zögern der Offiziellen und vor allem von Headcoach Tom Renney bringt die Fans immer mehr auf die Barrikaden.

Renney überrascht von der Fan-Wut

Nachdem Renney die Eiszeit der Reihe mit Nugent-Hopkins, Taylor Hall und Jordan Eberle bei der 1:2-Niederlage gegen Minnesota bereits kräftig beschnitten hatte, kündigte der Coach an, RNH im Spiel gegen die New York Rangers eventuell nicht einzusetzen, was die Fans endgültig zu Proteststürmen veranlasste.

Renney zeigte sich überrascht über die Reaktionen. "Warum solte ich das nicht zumindest in Erwägung ziehen, um zu sehen, wie unser Team ohne ihn aussieht. Ich habe nie gesagt, dass ich es auch wirklich machen werde", zitierte espn.com den Headcoach. Und so kam es auch nicht. Nugent-Hopkins spielte und steuerte einen Treffer und einen Assist zum 2:0-Sieg seines Teams bei.

Nugent-Hopkins bleibt gelassen

Der Rookie selber gibt sich zumindest nach Außen hin sehr gelassen, was seine Zukunft angeht. "Ich mache mir wirklich keine Gedanken darüber, ich versuche einfach, es Tag für Tag anzugehen. Im Moment bin ich hier, also bin ich glücklich. Ich gebe mein Bestes, um hier zu bleiben und ich werde dies weiterhin machen, bis man mir sagt, ob ich bleibe oder nicht."

Taylor Hall, dem Nummer-1-Pick 2010, hatten die Oilers vergangene Saison bereits nach seinem vierten Spiel mitgeteilt, dass er die Saison beim Team verbringen werde. Damals hatte Hall gerade einmal einen Assist auf dem Konto.

Für de Oilers gilt es in der komplizierten Situation zwei Dinge zu beachten: Sollte Nugent-Hopkins zehn NHL-Spiele absolvieren, würde das erste Jahr seines Dreijahres-Einstiegsvertrages aktiv werden, sie hätten aber immer noch die Möglichkeit, ihn nach Red Deer abzugeben, bevor er 40 Saisonspiele absolviert hätte, dann würde diese Spielzeit nicht für die Zeit bis zu seiner "Unrestricted Free Agency" zählen. Wir dürfen also gespannt sein, ob und wie lange wir ihn diese Saison noch in der NHL sehen werden.

Sturm hat schon wieder ein neues Team

Werfen wir nun aber einen Blick darauf, wie sich die deutschen Spieler bisher in dieser Saison geschlagen haben und dabei können wir uns in Zukunft hauptsächlich auf zwei Teams konzentrieren, denn Marco Sturm hat sich den Florida Panthers angeschlossen, bei denen bereits Marcel Goc im Kader stand. Damit gibt es nun also neben den Buffalo Sabres mit Christian Ehrhoff und Jochen Hecht ein zweites Team mit zwei Deutschen.

Vergessen wollen wir aber natürlich nicht Dennis Seidenberg mit den Boston Bruins. Der Stanley Cup-Sieger ist aber schwer aus den Startblöcken gekommen und scheint den Feier-Kater noch nicht aus den Köpfen bekommen zu haben. Nach acht Spielen stehen nur sechs Punkte auf dem Konto.

Seidenberg konnte dabei offensiv noch überhaupt nicht in Erscheinung treten und kommt gerade einmal auf einen Assist. Eine Plus-Minus-Bilanz von -4 ist auch kein Ruhmesblatt, aber durchschnittlich 25:13 Minuten auf dem Eis zeigen, dass Coach Claude Julien weiter auf den deutschen Verteidiger setzt: Er führt damit deutlich alle Bruins-Spieler an.

Ehrhoff führt die Sabres an

Viel Eiszeit bekam auch Ehrhoff immer bei den Vancouver Canucks und natürlich auch seinem neuen Team, den Buffalo Sabres. Im Schnitt steht der 29-jährige Verteidiger 24:21 Minuten auf dem Eis - bei weitem der beste Wert bei den Sabres. Offenisv läuft es mit einem Tor und fünf Punkten ordentlich, aber auch seine Plus-Minus-Bilanz ist mit sogar -5 deutlich verbesserungsbedürftig.

Jochen Hecht konnte nach seiner Gehirnerschütterung noch kein Spiel absolvieren, steht aber laut Coach Lindy Ruff kurz vor einer Rückkehr aufs Eis, zuletzt verhinderten die Ärzte aber seinen Einsatz, obwohl er selber bereit war. Aber auch wenn Hecht wieder ganz genesen ist, wird eine Rückkehr ins Team schwer für ihn werden.

Für sein fünftes Team in nur elf Monaten ist Marco Sturm nun mit den Florida Panthers aktiv. Für den deutschen Angreifer war der Wechsel von Vancouver nach Miami eine gute Möglichkeit, hatte er sich doch in Vancouver nie richtig zurechtgefunden. Sechs Spiele und eine Bilanz von -5 bei keinem einzigen Punkt sollten ihn schnell den Mantel des Schweigens über seinen Abstecher nach Kanada breiten lassen. "Ich habe ein paar Spiele aussetzen müssen, aber warum, das haben sie mir nicht erzählt", zitiert welt.de den gebürtigen Dingolfinger.

Goc hat noch Luft nach oben

Immerhin einen Treffer konnte Marcel Goc bisher für die Panthers erzielen und 16:29 Minuten Eiszeit im Schnitt sind ordentlich und lassen ihn im Mittelfeld seines Teams landen. Auf den großen Durchbruch - den ihm immer noch viele NHL-Beobachter zutrauen - wartet der 28-Jährige aber weiterhin vergeblich.

Alexander Sulzer schaffte zwar den Sprung in den Kader der Canucks, wurde aber bisher noch nicht engesetzt. Thomas Greiss kam bisher im Tor der San Jose Sharks auf immerhin drei Spiele von Beginn an, von denen er eines gewann und zwei verlor, aber mit Antti Niemi haben die Kalifornier einen absoluten Top-Mann im Kasten und so wird der Füssener über jeden Einsatz, den er erhält froh sein.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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