Nordische Ski-WM Furioses "Evi-Finish" mit Silber belohnt


Was für eine Aufholjagd der deutschen Langlauf-Staffel! Bei der WM in Sapporo sah es für die Damen am Anfang nach einem Debakel aus. Als Vierte mit mehr als zwölf Sekunden Rückstand auf Bronze ging Schlussläuferin Evi Sachenbacher in die Loipe - und lief das Rennen ihres Lebens.

Eine überragende Evi Sachenbacher-Stehle hat die deutsche Langlauf-Staffel der Damen zur Silbermedaille bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften geführt. Die 26-Jährige aus Reit im Winkl bescherte dem Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) als Schlussläuferin über 4 x 5 Kilometer bereits die siebte Medaille bei den Titelkämpfen in Sapporo und sich selbst das zweite Edelmetall nach Silber im Teamsprint. Das deutsche Quartett musste sich am Donnerstag in der Besetzung Steffi Böhler (Ibach), Viola Bauer, Claudia Künzel (beide Oberwiesenthal) und Sachenbacher-Stehle lediglich Weltmeister Finnland um 11,9 Sekunden geschlagen geben. Dritter wurde Norwegen.

Sachenbacher-Stehle war mit einem Rückstand von 40,5 Sekunden auf die zweitplatzierten Norwegerinnen und 12,7 Sekunden hinter Schweden als Vierte auf die letzte Schleife gegangen. Kurz nach dem Wechsel lief sie zur Schwedin Britta Norgren auf, die sie am vorletzten Anstieg abschüttelte. Als die Medaille sicher war, attackierte die Bayerin die schwächer werdende norwegische Schlussläuferin Astrid Jacobsen, die sie beim Einlauf in das Shirahatayama-Stadion passierte und mit einem energischen Endspurt um 3,8 Sekunden distanzierte.

Starke Viola Bauer

Die späte Wendung zum Guten kam überraschend, denn zunächst hatte alles auf ein Debakel hingedeutet. Startläuferin Steffi Böhler musste nicht nur die überragende Finnin Virpi Kuitunen früh ziehen lassen, sondern verlor auch viel Boden auf Norwegen und Schweden. Staffel- Olympiasiegerin Viola Bauer lief das DSV-Quartett danach mit einem Klasse-Rennen von Platz sieben auf Rang drei nach vorn, den Claudia Künzel jedoch wieder einbüßte. Nach Sachenbacher-Stehles Coup konnten die deutschen Damen am Ende aber doch jubeln.

DPA/kbe


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