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Schwimm-WM: Grant Hackett schwamm einsamen Weltrekord

Hätte der weltbeste Langstrecken-Schwimmer einen ihm gewachsenen Herausforderer gehabt, wäre er vermutlich noch schneller gewesen. So zog Grant Hackett seine Bahnen alleine - und trotzdem in einem Wahnsinnstempo.

Grant Hackett war einsam, furchtbar einsam. Sie ließen ihn im Weltmeisterschaftsbecken von Montréal allein seine Bahnen ziehen. Und seit dem, 27. Juli steht der Weltrekord über 800 Meter Freistil bei 7:38,65 Minuten.

Der Alleingang

"Wenn du da vorn ganz allein schwimmst, ist es extrem schwer, das Tempo zu halten. Ich bin happy, dass ich es geschafft habe." Und wie der 25-Jährige es geschafft hatte. Bahn um Bahn schickte er die vier Jahre alte Thorpe-Bestmarke von 7:39,16 in die Vergangenheit. Bei der Hälfte der Strecke war Hackett, der Mann aus Gold Coast, um 3,37 Sekunden schneller als Thorpe bei seiner Durchgangszeit, bei 600 Meter waren es gar 5,11 Sekunden.

Irgendwie war klar, dass der 1,98 m große und 90 kg schwere Hackett dieses Wahnsinns-Tempo nicht würde halten können. Aber er wollte "einfach da raus und einfach gut schwimmen". Und irgendwie auch die Abstinenz seines Landsmanns Thorpe nutzen, dem die WM in Montréal nicht so wichtig erschien. Denn Marathon-Mann Hackett stand schon ein wenig im Schatten des "Thorpedos", den stets ein Hauch Glamour umgibt.

Ein Mammut-Programm ist genau richtig

Neunfacher Weltmeister ist Olympiasieger Grant Hackett jetzt. Und ein Schwimmer, der das Extreme liebt. Für Montréal hat er sich ein Mammut-Programm aufgeladen, das sich bei zehn Starts auf 6,2 Kilometer summiert. Das will er, er will sich fordern und fordern lassen, was in Kanada über 800 Meter keiner konnte.

Als es geschafft war, als er im WM-Becken nach den 400 Metern Freistil sein zweites Gold geholt hatte, stieß er einen Schrei aus, reckte den rechten Arm in den grau bewölkten Himmel über Montréal und signalisierte mit dem Zeigefinger, dass er die Nummer Eins ist. Auch wenn es am Ende "nur" 51/100 Sekunden waren, die ihm bei der zwischenzeitlichen Pulverisierung des Thorpe-Rekords blieben. Schließlich war die Nicht-Konkurrenz daran schuld, dass Hackett da vorn so lange einsam war: Der Amerikaner Larsen Jensen schlug die Ewigkeit von 6,98 Sekunden nach dem Australier an.

Dietmar Fuchs/DPA / DPA
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