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Super Bowl 2015 Werbespot mit totem Kind erzürnt TV-Publikum


Beim Super Bowl löst der Werbespot einer Versicherung einen Shitstorm aus. Weil der Hauptdarsteller ein totes Kind ist.

Die US-Versicherung Nationwide hatte zuletzt vor acht Jahren einen Werbespot beim Super Bowl geschaltet. Entsprechend groß waren die Erwartungen, als der Versicherungskonzern jetzt mit einem 30-Sekunden-Clip zurückkehrte auf die große Werbe-Bühne, die zum nationalen Spektakel gehört wie Chips und Bier. Allerdings kam der düstere Spot bei den über hundert Millionen TV-Zuschauern nicht so gut an. Im Gegenteil: Der kurze Clip entfachte in den sozialen Medien einen Shitstorm von gewaltigen Ausmaßen.

In dem Spot geht es um die tödliche Unfälle von Kindern. Zu sehen ist ein Junge, der Dreirad fährt, im Schulbus von einem Mädchen einen Kuss auf die Wange bekommt, der segelt und fliegt. Währenddessen erzählt der Kleine, dass er diese schönen Dinge nie erleben wird, weil er bei einem Unfall ums Leben kam. Es folgt ein Schnitt, dann ist eine überlaufende Badewanne zu sehen. Es folgen weitere Unfallszenarien, die in einem Haushalt möglich sind. Nationwide will dem Spot eine neue App bewerben, die vor Unfallgefahren für Kinder warnt.

Die Reaktionen des Publikums sind eindeutig: In den sozialen Medien wird der Clip heftig kritisiert, und nicht nur, weil er den Fans mit seiner düsteren Botschaft den Spaß am Finale verdarb. Viele finden ihn einfach geschmacklos und unangebracht. Der Spot passt allerdings zu einer "Nanny-Kultur" im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der Freiheit, in der Kinder immer weniger frei spielen und stattdessen überbehütet werden. Versicherungen wie Nationwide nutzen und fördern diese Angst-Kultur, um ihre Produkte zu bewerben - diesmal ging der Schuss nach hinten los.

Hier ein paar beispielhafte Tweets, was die Fans über den Werbespot denken:

Tim Schulze

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