Tagebuch - United Internet Team Germany Warten auf den Wind

Der zweite Sieg ist in trockenen Tüchern: Das United Internet Team Germany konnte gegen das Team aus China einen klaren Start-Ziel Sieg verbuchen.
Von Gerrit Bottemöller und Henning Sohn, Crew-Mitglieder

Unser Wetterexperte Meno Schrader hatte uns eine leichte Seebrise vorhergesagt. Schon seit Beginn der Acts waren die Windbedingungen sehr anspruchsvoll. Die Windspotter waren gefragt die Windlöcher ausfindig zu machen und uns den Weg in bessere Winddruckverhältnisse zu lotsen. In diesen Bedingungen macht 1 Knoten mehr Wind schon einen 10 Grad besseren "Am Wind" Winkel und auch höhere Bootsgeschwindigkeit aus. Das Wetterteam war sehr gefragt. Auch die Regattaleitung hatte ihre Probleme mit den unterschiedlichen Windverhältnissen. Durch Winddreher und zu wenig Wind an der Luvmarke waren zu ungleiche Bedingungen auf der Rennstrecke und somit entschied die Regattaleitung zu warten….

Warten heißt, nix tun….in der Sonne liegen entspannen, Mittagessen und einfach nur warten… das kann sehr lustig sein, denn meistens erzählen die erfahrenen Cracks lustige Geschichten aus alten Zeiten, oder man unterhält sich über Gott und die Welt….aber nach einiger Zeit wird es einfach nur super langweilig. Aber auch das längste Warten hat ein Ende und so standen nun das Rennen gegen Spanien und China an.

Der Sieg gegen China war Pflicht

Das Rennen konnten die Spanier für sich entscheiden mit einem Vorsprung von gut zwei Bootslängen, was nicht gerade sehr viel ist. Abhaken, sollte nicht sein. Gegen China sah unsere Performance schon viel besser aus. Den Start konnten wir klar für uns entscheiden und so bauten wir dann kontinuierlich unseren Vorsprung bis ins Ziel hin aus. Unser zweiter Sieg, aber der war ja auch eigentlich schon Pflichtprogramm, denn die Chinesen hatten erst kurz vor den Acts wieder das Training aufgenommen.

Und am Dienstag stehen unsere zwei Trainingspartner auf den Programm, die beiden italienischen Teams (+39 und Mascalcone Latino). Zwei Punkte sollen morgen Abend mehr auf dem Konto stehen und ich hoffe, dass Fortuna uns auch ein wenig helfen wird. Das wären vier Punkte und auch ein super Abschluss für uns bevor es dann in die Fleetraces geht...

Teamkollege Henning Sohn verbrachte den Montag auf der Ersatzbank und schildert auf stern.de die Sicht vom Beiboot.

In einer America`s Cup-Kampagne bedeutet das ein Tag auf einem unserer Motorboote. Mein Platz an den Grinder-Kurbeln nahm Arek Ornowski ein.

Wie schon in den vergangen Tagen wehte nur ein leichter Wind, die Seebrise wollte sich nicht so recht aufbauen. Das kam uns sehr gelegen. Bei viel Wind ist unser Boot der Konkurrenz deutlich unterlegen, bei leichtem Wind ist dieser Nachteil kleiner. Unsere Designer können dies mit der Volumenverteilung unserer Yacht begründen. Und wir haben dies in den zahlreichen Trainingsregatten ganz praktisch erleben müssen.

Sieg gegen das Team aus Fernost

Trotz des leichten Windes hat es für einen Sieg gegen Desafio Espanole, das spanische Team, nicht gereicht. Nach einem gelungenen Start sah es gar nicht so schlecht aus. Aber Desalio Espanol segelte einfach schneller. Wenn man sich dann keine großen Winddreher zu Nutzen machen kann, hat man das Nachsehen. Die Spanier führten an der ersten Wendemarke und segelten ihr Rennen fehlerfrei zu Ende.

Umso wichtiger wurde das Rennen gegen Team China. Die Cup-Neulinge aus Fernost konnten wir bislang noch immer schlagen. Zudem haben wir uns wesentlich intensiver auf die Regatten vorbereitet. Dieses Rennen musste einfach gewonnen werden. Natürlich hätte ich mich in dieser Regatta gerne in die Kurbeln gestemmt, als Back-up-Grinder sitzt man wirklich auf heißen Kohlen. Dementsprechend waren wir alle erleichtert als dieses Rennen ein souveräner Start-Ziel-Sieg für uns wurde.

Morgen wieder auf ein Neues. Und übrigens: Unser Wetter-Team erwartet immer noch leichte Winde. To be continued...


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