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Tennis World Team Cup - Spieler lehnen Kühnen als Kapitän ab


Dass es im deutschen Davis Cup-Team zwischenmenschlich nicht stimmt, hatte sich nach der Davis Cup-Niederlage gegen Argentinien bereits angedeutet. Dass die Konflikte immer noch nicht ausgeräumt sind, legt trotz aller Dementi die Ausbootung Patrik Kühnens vor dem World Team Cup nahe.

"In der Davis-Cup-Relegation gegen Australien wird Kühnen mit hundertprozentiger Sicherheit der Teamchef sein", bemühte sich DTB-Vizepräsident Carl-Uwe Steeb schnell jeglichen Gedanken an Umstimmigkeiten zu zerstreuen, nachdem die deutschen Tennis-Herren um Florian Mayer mit dem Beschluss überraschten, beim World Team Cup nicht mit Patrik Kühnen als ihrem Kapitän anzutreten.

Die deutsche Nummer eins Mayer bestimmte stattdessen seinen persönlichen Trainer Tobias Summerer dazu, zusammen mit den Coaches der anderen Spieler Philipp Kohlschreiber, Philipp Petzschner und Doppel-Spezialist Christopher Kas, das Team zu betreuen. Das sei allerdings nicht als Affront gegen Kühnen gedacht, sondern ein legitimer Schritt, wie Steeb weiter erklärte. Auch andere Nationen würden seit Jahren Trainer der teilnehmenden Profis als Kapitäne benennen, da der World Team Cup als Vorbereitung auf die French Open diene.

Doch in Deutschland war das bisher nie praktiziert worden. Selbst zu Zeiten von Boris Becker und Michael Stich war gängige Praxis, dass der Davis Cup-Kapitän die Mannschaft slebstverständlich auch beim World Team Cup betreue. Von daher hat die Entscheidung von Mayer gegen Kühnen etwas von Retourkutsche nach den teaminternen Streitigkeiten bei der Davis Cup-Erstrundenniederlage gegen Argentinien.

Kühnen-Aus: Rache für Kohlschreiber-Kritik?

Damals hatte es großen Ärger um die Absage von Kohlschreiber gegeben. Der Augsburger hatte einige Tage zuvor wegen eines Magen-Darm-Virus passen müssen. Routinier Tommy Haas beklagte anschließend, Kohlschreiber habe während der Partie keinen Kontakt zur Mannschaft gehabt. Kühnen zeigte sich öffentlich verwundert, dass Kohlschreiber in der folgenden Woche in Rotterdam antrat. Kohlschreiber wird seit einiger Zeit ebenfalls wie Mayer am Zentrum in Oberhaching betreut.

Kühnen selbst hätte die Mannschaft gerne in Düsseldorf betreut. Vermutungen, es handele sich bei der Ausbootung um eine Racheaktion, trat Steeb aber energisch entgegen. "Die Differenzen, die es sicherlich gab, sind zwischen Patrik und den Spielern ausgeräumt", sagte Steeb, der zudem eine Verlängerung von Kühnens Vertrag als "Formsache" bezeichnete und unterstrich: "Im Davis Cup und auch bei Olympia in London wird Patrik die Spieler betreuen."

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