Mysteriöse Erkrankung Haas will Gift-Verdacht klären lassen


Tennisprofi Tommy Haas will klären lassen, ob er während des Daviscup-Halbfinales in Moskau vergiftet worden ist. In New York sollen dafür Haar- und Bluttests vorgenommen werden. Der Name des Informanten bleibt weiter geheim.

Am Freitag fliegt Haas nach New York, um sich dort speziellen Blut- und Haartests zu unterziehen, die möglicherweise auf eine Vergiftung hindeuten könnten. Der Tennisprofi Alexander Waske, dessen Aussage über eine mögliche Vergiftung von Haas den Fall ins Rollen gebracht hatte, verspricht sich davon nicht allzu viel: "Wenn man nicht weiß, nach welchem Gift man sucht, ist es bestimmt sehr schwierig, etwas zu finden". Haas erklärte der DPA, dass er sich auch vor dem Turnier in Lyon Ende Oktober, das er wegen Magenproblemen abgesagt hatte, übergeben hatte müssen: "Möglicherweise hängt das alles zusammen und das waren Langzeitfolgen.

Wer der mysteriöse russische Informant ist, will Waske nicht preisgeben. "Alexander Waske hat mir gegenüber den Namen des Informanten nicht genannt und möchte das auch nicht. Dabei bleibt es, glaube ich, auch", sagte Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen am Mittwochabend dem Fernsehsender DSF.

Waske hatte den Fall ins Rolen gebracht

Beim Daviscup-Halbfinal-Aus Ende September gegen Russland hatte die deutsche Nummer eins wegen Magen-Darm-Problemen auf ihr zweites Einzel verzichten müssen, das deutsche Team unterlag mit 2:3. Waske hatte den Fall ins Rollen gebracht, indem er auf einen russischen Sportmanager verwies, der ihm gegenüber entsprechende Aussagen machte. "Faktisch gibt es momentan keinen Anhaltspunkt für eine Vergiftung", betonte jedoch Kühnen.

Er habe sich in Moskau "echt scheiße gefühlt und ganz sicher nicht gekniffen. Dazu ist mir der Daviscup viel zu wichtig", sagte der in Florida lebende Hamburger Haas. "Es schockt mich, dass so etwas möglich zu sein scheint", erklärte Haas, der hofft, keine bleibenden Schäden davonzutragen.

DTB: Keine Anhaltspunkte für eine fundierte Aussage

Beim DTB verweist man unterdessen auf die offizielle Presseerklärung und will sich nicht weiter zu dem Fall äußern, wie stern.de auf Anfrage erfuhr. Zuvor hatte Teamchef Kühnen erklärt: "Die Aussagen des Informanten von Alexander Waske sind für uns vom DTB spekulativ zu bewerten. Wir haben keine Anhaltspunkte für eine fundierte Aussage. Auch für die Glaubwürdigkeit des Informanten haben wir keinen Bezug. Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass es sich zum jetzigen Zeitpunkt um Spekulationen handelt." Der DTB nimmt den Fall dennoch sehr ernst, wie er erklärte, und will in enger Abstimmung die weitere Vorgehensweise mit dem Internationalen Tennis-Verband (ITF) abstimmen.

DPA/SID/tis DPA

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