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Daviscup: Dramatischer Sieg im Doppel

Nach einer tollen Aufholjagd haben Thomas Haas und Alexander Waske der deutschen Tennis-Auswahl zum vorzeitigen Sieg gegen Israel verholfen. Nach ihrem Doppelsieg liegt das deutsche Team uneinholbar mit 3:0 vorn.

Nach einer tollen Aufholjagd haben Daviscup-Rückkehrer Thomas Haas und Debütant Alexander Waske der deutschen Tennis-Auswahl zum vorzeitigen Sieg gegen Israel verholfen. Haas und Waske gewannen am Samstag in Alsdorf das Doppel gegen die Wimbledon-Halbfinalisten Jonathan Erlich und Andy Ram 2:6, 5:7, 6:2, 6:4, 6:3. Damit führt das DTB-Team vor den abschließenden Einzeln am Sonntag uneinholbar mit 3:0. Lohn ist Ende September ein Aufstiegsspiel um die Rückkehr in die Weltgruppe der besten 16 Nationen.

Teamchef Patrik Kühnen hatte das deutsche Duo an Stelle der ursprünglich nominierten Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer aufgeboten, die am Karfreitag ihre Einzel gewonnen hatten. "Wie man sieht, ist im Daviscup alles möglich. Gegen so ein Weltklasse-Doppel zu gewinnen, ist einfach grandios", sagte Haas und unterstrich: "Ich bin so tierisch froh, wieder dabei zu sein."

Erstes Daviscup-Doppel für Haas

Bei seinem allerersten Daviscup-Doppel war Haas, der bisher zwölf seiner 13 Einzel gewann, die Unsicherheit nach seiner langwierigen Schulterverletzung anfangs anzumerken. Anderthalb Jahre nach seinem letzten Einsatz beim Relegationsspiel gegen Venezuela verlor der Hamburger im ersten Satz zwei Mal seinen Aufschlag, während der 29- jährige Waske keine Nervosität erkennen ließ.

Mit den ersten gewonnenen Aufschlagspielen tankte Haas im zweiten Durchgang aber Selbstvertrauen, während Waske zwischenzeitlich Probleme mit seinen Returns bekam. Erlich und Ram steigerten sich im entscheidenden Moment dagegen. Haas verlor mit dem vierten Satzball zum 5:7 erneut seinen Aufschlag, dem nach der 15-monatigen Pause weiterhin noch die einstige Härte fehlt.

"Und dann haben wir durchgezogen"

"Wir haben auch am Anfang nicht so schlecht gespielt, aber wir mussten uns erstmal eingewöhnen und ein Mittel finden, um den Gegner auszutaktieren", sagte der starke Waske, der nicht ein einziges Mal seinen Aufschlag verlor. Vor 1500 Zuschauern im diesmal nicht ganz gefüllten Tennis-Forum von Alsdorf kam die nicht eingespielte deutsche Kombination trotz des 0:2-Rückstandes immer besser klar. Gegen Israels Weltklasse-Kombination gelang mit dem 2:1 im dritten Satz das erste Break. Es folgte ein weiteres zum 4:1, auch weil Haas jetzt mehr Aufschläge zurück brachte und Waske souverän servierte.

Mit inzwischen viel mehr Schwung trumpften die Gastgeber auch in Durchgang vier auf. Selbst ein Break gegen Haas zum 5:3 genügte Erlich und dem oft schwächelnden Ram an dessen 24. Geburtstag nicht mehr, um den Ausgleich noch zu verhindern. "Patrik hat uns gesagt: Ihr seid das bessere Team und dann haben wir durchgezogen", meinte Waske. Mit einem verschlagenen Schmetterball schenkte Erlich den Hausherren im fünften Satz bei der insgesamt vierten Chance das entscheidende Break zum 3:2. Nach 3:10 Stunden nutzten die Deutschen gleich ihren ersten Matchball zum stürmisch gefeierten Erfolg.

Robert Semmler, DPA / DPA

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