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US Open Andrea Petkovic vor dem Spiel ihres Lebens


Andrea Petkovic steht am Montag in New York vor dem schwersten Spiel ihrer Karriere. Nach dem kampflosen Einzug ins Achtelfinale der US Open trifft die einzig verbliebene Deutsche auf Wera Swonarewa aus Russland.
Heiko Oldörp/DPA

Schwarz-rot-goldene Frauen-Power in Flushing Meadows: Andrea Petkovic hält die deutsche Fahne bei den US Open in New York hoch. Während sich Philipp Kohlschreiber und Benjamin Becker am Wochenende als letzte Herren aus dem Grand-Slam-Turnier verabschiedeten, steht die 22-Jährige aus Darmstadt nach der Verletzung ihrer chinesischen Gegnerin Shuai Peng kampflos im Achtelfinale - und am Montag vor dem wohl bislang größten Spiel ihrer Karriere. Petkovic trifft auf die Nummer sieben der Setzliste und Wimbledon-Finalistin Wera Swonarewa aus Russland.

"Ich denke, dass ich bereit für den großen Druck bin. Wera ist eine unglaubliche Spielerin, aber ich habe überhaupt keine Angst", betonte Petkovic. Da hatten die letzten beiden von elf gestarteten deutschen Männern die Metropole am Manhattan längst verlassen. "Jeder gibt sein Bestes, aber es ist leider so, dass wir seit geraumer Zeit keinen mehr in der Tiefe eines Grand-Slams haben - das ist natürlich unser Ziel, aber momentan einfach nicht drin", sagte Kohlschreiber nach seiner 6:4, 3:6, 6:1, 1:6, 3:6-Niederlage gegen Gilles Simon aus Frankreich. Als letzter Deutscher hatte Thomas Haas 2007 die zweite Woche in New York erreicht.

"Natürlich wünschen wir uns mehr, das ist klar", sagte Patrik Kühnen. Der deutsche Davis Cup-Teamchef war in New York, um letzte Eindrücke für das Abstiegsduell gegen Südafrika vom 17. bis 19. September in Stuttgart zu sammeln. Was er zu sehen bekam, waren deutscher Durchschnitt und jede Menge Qualen in Queens. Den Abschluss bildeten Kohlschreibers Krimi und ein 3:6, 4:6, 4:6 von Becker gegen den an Nummer zehn gesetzten Spanier David Ferrer.

Durchmarsch der Favoriten

Keine Blöße gaben sich unterdessen die Favoriten und zogen im Eiltempo ins Achtelfinale ein. Der Schweizer Roger Federer und Novak Djokovic aus Serbien kamen ebenso zu klaren Drittrunden-Siegen wie die Dänin Caroline Wozniacki und Maria Scharapowa aus Russland.

Nach Anna-Lena Grönefeld 2008 steht Andrea Petkovic als erste Deutsche in New York in der Runde der besten 16. Beim Warmmachen auf Nebenplatz 17 war sie am Samstagmittag ganz schön zittrig. Ihr linker Oberschenkel schmerzte, der böige Wind machte die Bälle unberechenbar. "Ich habe leichte Panikattacken bekommen, weil ich wusste, dass es sehr schwer wird", gab sie offen zu. Als die Deutsche zurück in die Umkleidekabine kam, erfuhr sie, dass Peng sich am rechten Ellenbogen verletzt hatte und nicht antreten würde.

"Enthüllungen" im Blog

"Einerseits freue ich mich, dass ich die zweite Woche eines Grand- Slams erreicht habe. Auf der anderen Seite ist es nicht eine solche Euphorie wie bei meinem letzten Match, als ich drei Matchbälle abgewehrt habe", so Petkovic. Die Pause konnte die deutsche Fed Cup- Spielerin allerdings gut gebrauchen. Bei ihren beiden bisherigen Drei-Satz-Siegen stand sie im Schnitt 2:28 Stunden auf dem Platz. Hinzu kamen anstrengende Partien im Doppel und Mixed. "Deshalb wird niemand sagen, die hat nur Glück. Ich bin hier wirklich so eine Art Marathonfrau."

Mit jeden Sieg steigt nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch die Aufmerksamkeit. Für ESPN.com schreibt Petkovic einen Blog. Mittlerweile hat sich auch in den USA die offene und authentische Art der Hessin herumgesprochen. Zuletzt ließ sie die Internet-Leser wissen, dass die Männer bei den US Open nackt in ihrer Umkleidekabine herumlaufen - "und zwar den ganzen Tag". Dies habe sie "aus sicherer Quelle" erfahren. Da sehe man mal wieder, wie selbstbewusst Tennis- Spieler seien, so Petkovic. In der Frauen-Kabine hingegen sei es selbstverständlich, dass alle Handtücher tragen. "Also wenn Sie mich jetzt fragen, wie sieht die Williams nackt aus, kann ich das nicht sagen - und ich habe sie schon ein paar Mal in der Umkleide gesehen.


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