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French Open: Haas legt vor - Kohlschreiber sorgt für Sensation

Philipp Kohlschreiber hat bei den French Open für einen Paukenschlag gesorgt: Der deutsche Davis-Cup-Spieler warf in der dritten Runde den Weltranglisten-Vierten Novak Djokovic aus dem Turnier. Auch Thomas Haas hat das Achtelfinale in Frankreich erreicht.

Philipp Kohlschreiber hat bei den French Open für die erste echte Sensation gesorgt und ist Thomas Haas ins Achtelfinale gefolgt. Der Davis-Cup-Profi aus Augsburg warf am Samstag den Weltranglisten-Vierten Novak Djokovic aus Serbien mit einem überzeugenden 6:4, 6:4, 6:4-Erfolg aus dem Wettbewerb. Damit stehen erstmals seit 13 Jahren wieder zwei deutsche Tennisspieler bei dem Grand-Slam-Turnier in Paris in der Runde der besten 16.

Dort bekommt es Kohlschreiber am Pfingstmontag mit dem Spanier Tommy Robredo zu tun. Haas trifft nach seinem 7:5, 6:3, 4:6, 6:4-Sieg gegen den Franzosen Jeremy Chardy ebenfalls am Montag auf den Weltranglisten-Zweiten Roger Federer aus der Schweiz oder den Franzosen Paul-Henri Mathieu. "Das ist natürlich ein großartiges Gefühl", sagte der 31-jährige Hamburger, der nach dem Aus des Franzosen Marc Gicquel gegen Andy Roddick aus den USA nun der älteste im Turnier verbliebene Spieler ist. "Damit habe ich nicht gerechnet."

Sandplatz-Demonstration von Kohlschreiber

Als wenige Stunden später Kohlschreiber wie Haas in der stimmungsvollen "Stierkampfarena" ran durfte, hätte auch keiner mit einem Sieg des 25-Jährigen gerechnet. Die Zuschauer waren auf der Seite des drei Jahre jüngeren Serben und auch das bislang einzige Duell hatte der Weltranglisten-31. klar verloren. Doch was sich in den 2:21 Stunden auf dem Court Nummer eins abspielte, war eine Sandplatz-Demonstration vom Feinsten. Was immer Djokovic anstellte, Kohlschreiber hatte eine Antwort. Mit seinem ersten Matchball erreichte er zum dritten Mal nach den Australian Open 2005 und 2008 das Achtelfinale eines Grand Slams.

Haas war bei einem Grand-Slam-Turnier zuletzt 2007 bei den Australian Open so erfolgreich - damals erreichte er in Melbourne sogar das Halbfinale. Auf das ungeliebte Sandplatz-Spektakel in der französischen Hauptstadt hatte er in den vergangenen beiden Jahren wegen seiner Schulterbeschwerden verzichtet. Erst zum zweiten Mal überhaupt steht er im Achtelfinale von Roland Garros.

Starke Leistung von Haas

In diesem Jahr bestritt Haas vor den French Open nur zwei Turniere auf Asche. In Houston scheiterte im Viertelfinale, beim Masters in Madrid unterlag er in der zweiten Runde trotz zweier Matchbälle dem Amerikaner Andy Roddick. Nun hat er sein bestes Paris-Resultat schon eingestellt. Seit seinem ersten Besuch 1998 stand er nur 2002 im Achtelfinale, zweimal scheiterte er in Runde eins, einmal in Runde zwei und viermal in Runde drei. "Das Turnier zählt sicher nicht zu meinen beliebtesten", sagte Haas nach dem Sieg gegen Chardy.

Gegen die Nummer 39 der Welt zeigte der 24 Plätze tiefer notierte Haas vor allem in den ersten beiden Sätzen eine starke Leistung. Im zwölften Spiel des ersten Durchgangs gelang ihm das erste Break zum 7:5, nach 40 Minuten nutzte er den dritten Satzball. Vor allem auf seinen Aufschlag war Verlass, insgesamt servierte Haas 16 Asse. Auch von einer Schwächephase im dritten und einem 1:3-Rückstand im vierten Durchgang ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen. Nach 2:27 Stunden vergab Haas den ersten Matchball, zehn Minuten später nutzte er den zweiten - mit einem Ass.

Wolfgang Müller, DPA / DPA

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