French Open Au revoir, petite Nicole


Der Traum vom Finale währte nicht lang: Publikumsliebling Nicole Vaidisova ist im Halbfinale der French Open von der Russin Swetlana Kusnezowa gestoppt worden. Auch der letzte Deutsche im Turnier muss nach Hause fahren.

Swetlana Kusnezowa hat den Höhenflug der 17 Jahre alten Nicole Vaidisova gestoppt und steht zum ersten Mal in ihrer Karriere im Finale der French Open. Die in Paris an Nummer acht gesetzte Tennisspielerin aus Russland gewann am Donnerstag ihr Halbfinale gegen den Teenager aus Tschechien mit 5:7, 7:6 (7:5), 6:2 und trifft im Endspiel des mit 14,265 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turniers am Samstag auf Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne oder die ebenfalls aus Belgien kommende Kim Clijsters.

Die in Nürnberg geborene Vaidisova hatte bis zu ihrem Halbfinal-Aus mit Erfolgen gegen die top-gesetzte Französin Amélie Mauresmo und Wimbledon-Siegerin Venus Williams aus den USA auf dem roten Sand von Roland Garros für Furore gesorgt und sich in die Herzen der - zumeist männlichen - französischen Fans gespielt.

Waske ist draußen

Als letzter Deutscher verabschiedete sich am Donnerstag der Frankfurter Alexander Waske aus dem Turnier. Der Daviscup-Spieler verlor mit seinem Doppelpartner Andrej Pawel aus Rumänien im Halbfinale gegen die top-gesetzten Amerikaner Bob und Mike Bryan 3:6, 6:7 (6:8). "Ich hätte hier gerne das Finale gespielt", sagte Waske. "Aber so kann ich wenigstens das Eröffnungsspiel der Fußall-WM zu Hause in Deutschland schauen." Im Endspiel treffen die Zwillinge aus den USA auf die Titelverteidiger Jonas Björkman/Max Mirnyi (Schweden/Weißrussland).

Während sich Kusnezowa ihren Traum vom Finale bereits erfüllt hat, trennt bei den Herren die beiden Top-Favoriten noch ein Sieg vom erhofften Endspiel. Doch vor ihren Halbfinals an diesem Freitag wollen der Weltranglisten-Erste Roger Federer und Titelverteidiger Rafael Nadal davon noch nichts wissen. "Ich spiele am Freitag. Lasst uns über Freitag sprechen und nicht über Sonntag", forderte Nadal vor dem Duell gegen den kroatischen Daviscup-Sieger und Mannschafts-Weltmeister Ivan Ljubicic. "Wir dürfen das nächste Match nicht vergessen. Jeder will ein Endspiel Nadal gegen Federer sehen, aber da haben noch zwei Spieler etwas dagegen", betonte Federer vor seinem Halbfinale gegen den Argentinier David Nalbandian.

"Jetzt beginnt ein neues Turnier"

Zum ersten Mal seit 1985, als John McEnroe, Ivan Lendl, Jimmy Connors und Mats Wilander im Halbfinale standen, haben es die vier Top-Gesetzten in die Vorschlussrunde der French Open geschafft. Die vier Führenden der Weltrangliste sind nun unter sich. "Jetzt beginnt ein neues Turnier", schreibt die französische Sportzeitung "L'Équipe". Der an Nummer eins gesetzte Federer bekommt es mit dem an Position drei gesetzten Masters-Cup-Sieger Nalbandian zu tun, Nadal als Nummer zwei der Setzliste muss sich gegen den bislang überzeugend aufspielenden Aufschlag-"Riesen" Ljubicic durchsetzen. "Fast hätte man vergessen, dass sich da im Schatten Federers und Nadals zwei Spieler zu den einzigen echten Rivalen der beiden Meister aufgeschwungen haben", schreibt die Zeitung weiter.

Während Federer endlich den in seiner imposanten Sammlung noch fehlenden Grand-Slam-Titel an der Seine holen will, möchte der 20 Jahre alte Nadal seine Siegserie auf Sand auf 60 Spiele in Serie ausbauen. Genau das versucht Ljubicic, der im Alter von 27 Jahren zum ersten Mal ein Grand-Slam-Halbfinale bestreitet, zu verhindern. "Ich habe jetzt keinen Druck mehr", sagte er. "Nadal? Von seiner Serie bin ich nicht beeindruckt. Ich glaube, dass ich ihn schlagen kann."

Wolfgang Müller/DPA DPA

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