HOME

Daviscup: Mit Haas und Kiefer zurück an die Weltspitze

Zwei Jahre nach dem Absturz ins Tennis-Nimmerland will der deutsche Teamchef Patrick Kühnen zurück in die Daviscup-Weltgruppe. Am Rande der US Open hat Kühnen jetzt seine Spielerauswahl für die Partie in Tschechien getroffen.

Patrick Kühnen hat seine Wahl getroffen: Thomas Haas und Nicolas Kiefer sind für die Einzel auf dem roten Sand in Liberec vorgesehen. Außerdem sollen Rainer Schüttler und Doppel-Experte Alexander Waske in Tschechien mit von der Partie sein. Florian Mayer, der auf Asche in Zoppot im Finale stand, soll als Ersatzmann Länderspiel-Erfahrungen sammeln.

Routine ist das A und O

"Die Routine hat den Ausschlag gegeben", begründete Kühnen seine Wahl, die vor allem im Fall Schüttler nicht unumstritten ist. Nach seinem sang- und klanglosen Aus in Flushing Meadows gegen Haas verabschiedete sich der auf Weltranglistenplatz 89 durchgereichte Korbacher und reiste zum Turnier nach Istanbul. Von dort aus geht es nach Peking, wo er noch vor dem Aufstiegs-Krimi spielen will.

"Vielleicht holt er sich ja dort Selbstvertrauen", meinte Kühnen zu der wieder eigenwilligen Daviscup-Vorbereitung, mit der Schüttler schon zwei Mal folgenschwer daneben lag. Vor zwei Jahren, als er spät aus Brasilien anreiste, folgte der Abstieg. Im Vorjahr kehrte er mit Fieber aus China zurück und sagte für die Partie in Bratislava ab. Mayer ersetzte ihn und bezog Prügel, was ihn lange verunsicherte.

Unterstützung garantiert

Ein Selbstgänger war die Nominierung von Haas und Kiefer, die nach den Eindrücken von New York im Einzel gesetzt sein sollten. "Tommy hat schwere Wochen hinter sich. Die Verletzung in Wimbledon hat ihn reingerissen", erklärte Kühnen, der hofft, dass der Hamburger wieder mal zum Daviscup-Helden wird. Im Doppel soll er mit Waske aufschlagen. "Aber auch Schüttler wäre eine Alternative", so der Kapitän, der als Haas’scher Privattrainer nicht zur Verfügung steht. Er will seinen bis Ende 2006 laufenden Vertrag beim Deutschen Tennis Bund (DTB) erfüllen - auch bei einem Nicht-Aufstieg. "Ich werde Tommy aber helfen, so weit es möglich ist. Ihm und den anderen Spielern."

Von einer "letzten Chance" für die in die Jahre gekommenen deutschen Spitzenspieler will Kühnen nichts hören. "Vom Bauch her habe ich sogar ein gutes Gefühl", meinte er. "Wir können doch nicht immer nur Pech haben." In Bratislava vor zwölf Monaten hatte das Pech den Namen Dominik Hrbaty, der die ohne Schüttler und den verletzten Kiefer angetretenen Deutschen im Alleingang bezwang.

Verwirrspiel im Doppe

Tomas Berdych wird eine solche Rolle nicht zugetraut, obwohl Kühnen warnt: "Er spielt das Tennis seines Lebens." Ob Radek Stepanek, der Kiefer bei den US Open unterlag, dabei ist, scheinen die Tschechen selbst nicht zu wissen. Laut Altmeister Petr Korda wird er definitiv "streiken", weil die Kluft zu Kapitän Cyril Suk zu groß sei. Kühnen rechnet mit Jiri Novak, der in New York allerdings wegen Achillessehnen-Problemen ausstieg. Auch im Doppel treiben die Gastgeber ein Verwirrspiel. Doch da haben sie dank einer Fülle an Top-100-Spielern wirklich die Qual der Wahl.

Andreas Bellinger/DPA / DPA

Wissenscommunity