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Vitali Klitschko gegen Chris Arreola Hüftspeck fordert Sixpack


Der Herausforderer kokettiert mit seinen Kilos, der Champion lässt die Muskeln spielen. Der noch ungeschlagene Amerikaner Chris Arreola kündigt gegen Weltmeister Vitali Klitschko "eine große Show" an. Für den Ukrainer ist der Fight in Los Angeles hingegen eher eine Durchgangsstation.

Während WBC- Schwergewichts-Weltmeister Vitali Klitschko das offizielle Wiegen am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) vor dem Staples Center in Los Angeles für ein optisches Statement nutzte, hatte Cristobal Arreola beim letzten Vorgeplänkel vor dem WM-Kampf der K.o.-Könige am Samstagabend (Sonntag 4.30 Uhr MESZ/RTL) zumindest die Lacher auf seiner Seite. Als der 28-Jährige mit einer Sporthose und einem dunklen T-Shirt bekleidet als Erster auf die Waage stieg, zeigte die Skala unter dem Gegröle zahlreicher Arreola-Anhänger 122,4 Kilogramm an - und somit weitaus mehr als erwartet.

"Ein wahrer Schwergewichts-Fight"

Der 1,93 Meter große Lokalmatador entledigte sich jedoch umgehend und mit einem breiten Grinsen seines Oberteils und präsentierte süffisant eine Bleiweste. Doch auch ohne Extra-Gewicht brachte es Arreola auf 113 Kilogramm - zwar 400 Gramm weniger als Klitschko, doch der Ukrainer ist neun Zentimeter größer. Als er seinen durchtrainierten Oberkörper in die Kameras hielt, gab es Buhrufe der Arreola-Fans und anerkennendes Nicken der neutralen Beobachter - besonders der Waschbrett-Bauch beeindruckte. Arreola hingegen fiel eher durch seine zahlreichen Tattoos auf - und durch jede Menge Hüftspeck.

"Er wirkt auf mich trotzdem austrainiert. Das wird ein wahrer Schwergewichts-Fight", meinte Klitschko, nur knapp zehn Meter von der Wayne Gretzky und der Earvin "Magic" Johnson-Statue entfernt. Der beste Eishockey-Spieler aller Zeiten und einer der legendärsten Basketball-Profis hatten in ihrer Hochzeit bei den Los Angeles Kings und den Los Angeles Lakers für zahlreiche denkwürdige Abende in der Arena in Downtown L.A. gesorgt. Jetzt will Klitschko den Kessel zum kochen bringen.

"Er hat die beste K.o.-Statistik der Box-Geschichte", betonte Ringsprecher Michael Buffer, als der Titelverteidiger die Waage betrat. Klitschko gewann bei 36 seiner 37 Siege vorzeitig. Doch auch der noch ungeschlagene Arreola ist ein Knockout-Spezialist, musste nur bei drei seiner 27 Kämpfe über die volle Distanz. "Wir werden eine große Show bieten, die niemand verpassen sollte", brüllte er ins Mikrofon, bevor er beim obligatorischen Gegenüberstellen Klitschko mit entschlossenem und bösem Blick tief in die Augen schaute - zumindest hier war er dem Weltmeister ebenbürtig.

Klitschko will Erfahrung ausspielen

Auch zuvor kanzelte der Ukrainer mit fast schon aufreizender Gelassenheit seinen Herausforderer Chris Arreola lässig ab: "Ich bin mehr als sicher, dass ich als Weltmeister wieder aus dem Ring klettern werde." Bei einer Pressekonferenz vor fast 100 Journalisten gegenüber dem Staples Center setzte der 38-Jährige ganz auf seine Routine im Vergleich zu seinem zehn Jahre jüngeren Herausforderer. Klitschko: "Arreola ist ein harter Bursche und hat einen harten Punch. Was er nicht hat, ist Erfahrung. Ich werde im Ring demonstrieren, was es heißt, Erfahrung zu haben."

Arreola, Kalifornier mit mexikanischen Wurzeln ist fest davon überzeugt, die härteste Kampfvorbereitung seines Lebens absolviert zu haben. "Mein Trainer hat mir in den letzten Wochen oft so richtig in den Hintern getreten. Jetzt bin ich in einer richtig guten Verfassung. Ich weiß, dass ich eine echte Chance habe", sagte Arreola, der sich den Kampfnamen "The Nightmare" zugelegt hat. Doch auch Wladimir Klitschko, der in der Ringecke zusammen mit Trainer Fritz Sdunek sekundieren wird, glaubt nicht, dass Arreola für seinen älteren Bruder zum Alptraum wird: "Vitali ist wirklich top vorbereitet und wird den Ring als Sieger verlassen. Und zwar vorzeitig, denn ich denke nicht, dass der Kampf über die volle Distanz gehen wird."

Für Klitschko soll die Pflichtverteidigung in der mit 17.000 Zuschauern ausverkauften Arena nicht mehr als eine Durchgangsstation zu weiteren großen Kämpfen sein. Nachdem er bereits einmal seine Karriere wegen gesundheitlicher Probleme beendet hat, ist ein erneutes Laufbahnende nicht in Sicht: "Die Zeit ist der größte Feind für jeden Sportler. Aber derzeit fühle ich mich wie 20 und möchte meinen Titel noch lange behalten."

DPA/SID/mak

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