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Wimbledon-Halbfinale komplett: Nur Serena Williams trotzt Aufstand der Außenseiter

Neue Gesichter im Halbfinale der Frauen und eine alte Bekannte: Bei den 124. All England Championships in Wimbledon hat allein Titelverteidigerin Serena Williams dem Aufstand der Außenseiter getrotzt.

Das fünfte Duell der Williams-Schwestern im Endspiel von Wimbledon ist überraschend geplatzt. Und auch das Comeback von Kim Clijsters bei den All England Championships fand am Dienstag im Viertelfinale ein jähes Ende. Nur wenige Minuten lagen zwischen der Pleite der Amerikanerin Venus Williams und der 6:3, 4:6, 2:6-Niederlage der Belgierin gegen Vera Swonarewa aus Russland.

Venus Williams, die in Wimbledon fünf Mal triumphiert hat, patzte gegen die Weltranglisten-82. Zwetana Pironkowa und schied den Tränen nahe nach einer 2:6, 3:6-Vorführung aus. Die Außenseiterin aus Plowdiw, die bislang ohne Satzverlust blieb, ist die erste Bulgarin in einem Grand-Slam-Halbfinale, in dem Zwonarewa ihre Gegnerin ist. "Ich habe keinen Ball ins Feld gespielt", sagte Venus Williams, die an der Church Road neben ihren fünf Titeln weitere dreimal im Endspiel stand, "heute war kein guter Tag für mich."

"Wimbledon ist für mich wie eine Religion"

Ihre jüngere Schwester machte es besser: Serena setzte sich 7:5, 6:3 gegen die Chinesin La Ni durch und trifft nun auf die Qualifikantin Petra Kvitova. Die dreimalige Wimbledon-Siegerin geht als haushohe Favoritin ins Match gegen die 20-jährige Tschechin, die Kanepi nach Abwehr von fünf Matchbällen noch 4:6, 7:6 (10:8), 8:6 bezwang. Für Kvitova ist das Erreichen ihres ersten Semifinales bei einem Grand-Slam-Turnier der bislang größte Erfolg ihrer Karriere.

Die 25-jährige Swonarewa bezwang Clijsters 3:6, 6:4, 6:2 und erreichte damit zum zweiten Mal nach den Australian Open 2009 das Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. "Für mich ist es ein Traum, hier im Halbfinale zu stehen", sagte Swonarewa: "Als Kind habe ich Wimbledon immer im Fernsehen gesehen und freue mich sehr auf das Match."

Auch Pironkowa konnte ihr Glück kaum fassen. "Wimbledon ist für mich wie eine Religion, jeder will hier mal spielen", sagte die 22-Jährige: "Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich jetzt im Halbfinale stehe." Pironkowa feierte mit dem unerwarteten Sieg den größten Erfolg ihrer Karriere. Die 22-Jährige war zuvor nie über die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers hinausgekommen. In der Weltrangliste wird sie nur auf Platz 82 geführt. Swonarewa ist die aktuelle Nummer 21 im WTA-Computer.

Neue Generation drängt mit Macht an die Spitze

An der Church Road setzte sich damit ein Trend fort, der sich schon bei den French Open in Paris angedeutet hatte. Dort standen sich im Finale in der späteren Siegerin Francesca Schiavone (Italien) und Samantha Stosur (Australien) ebenfalls zwei Außenseiterinnen gegenüber. "Frauen-Tennis ist jetzt auf einem sehr hohen Level, viele Spielerinnen sind sehr gut", sagte Swonarewa. Auch die enttäuschte Kim Clijsters stellte fest: "Der Sport hat sich seit meinem Comeback verändert", sagte die Belgierin: "Es ist gut, dass jetzt viele neue Namen da sind. Die Mädchen können alle gut spielen. Jetzt stehen sie hier mal im Rampenlicht."

Die an acht gesetzte Belgierin trat das erste Mal nach 2006 wieder in Wimbledon an. Sie konnte im vergangenen Jahr bei ihrem Comeback auf der Tour nach ihrer Mutterpause sofort die US Open im Herbst gewinnen, der Traum vom ersten Triumph in Wimbledon blieb aber wie bei ihrer belgischen Kollegin Justine Henin noch unerfüllt. "Ich bin natürlich enttäuscht", sagte Clijsters: "Ich war nicht in der Lage, bei den wichtigen Punkten mein bestes Tennis zu zeigen."

joe/DPA/SID / DPA

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