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Wintersport: Defago siegt in Bormio - Keppler abgeschlagen

Didier Defago durchbrach auf der Stelvio-Piste in Bormio die unendlich erscheinende Durstrecke der Schweizer-Abfahrer und krönte seine Comeback-Saison nach schwerer Knieverletzung. Die Deutschen fuhren dagegen nur hinterher.

Seit Pirmin Zurbriggens WM-Sieg 1985 war die schwierige Stelvio-Piste kein gutes Pflaster mehr für Schweizer Abfahrer gewesen. Im Rahmen eines Weltcups hatten sie noch nie in Bormio triumphieren können - bis Didier Defago die Piste hinunter bretterte, die Durststrecke der Eidgenossen durchbrach und zugleich auch seine ganz persönliche beendete.

Seit Olympia 2010 in Vancouver, als sich Defago Gold geholt hatte, war ihm kein Abfahrts-Sieg mehr vergönnt gewesen, da ein Kreuzbandriss im linken Knie ihn zu einer langen Pause mit anschließender Rekonvaleszenz gezwungen hatte. Doch mit seinem Sieg in Bormio vor Landsmann Patrick Küng und dem Österreicher Klaus Kröll auf den Plätzen zwei und drei meldete sich Defago nun eindrucksvoll zurück.

"Ich habe mich Schritt für Schritt zurück gearbeitet. Ich danke dem medizinischen Team, den Trainern und meiner Familie. Solche Tage habe ich vermisst", jubelte Defago, der 2009 den Sieg an gleicher Stelle nur knapp verpasst hatte, laut kleinezeitung.at. "Ich habe immer gewusst, dass ich in Bormio schnell fahren kann. Heute hatte ich einen guten Lauf ohne großen Fehler."

Keppler nach Platz 17 enttäuscht

Davon konnte Stephan Keppler nur träumen. Im Ziel angekommen, konnte der Deutsche nur mit den Schultern zucken und ratlos den Kopf schütteln. Der nach starken Trainingsleistungen durchaus realistische Traum von einer Top-Platzierung war zerplatzt. Am Ende reichte es nur für Platz 17.

"Das ist schon eine Riesen-Enttäuschung. Ich hätte hier um das Stockerl mitfahren können. Aber das ist natürlich schlecht, das war gar nix", sagte der frustrierte Keppler, dem 1,96 Sekunden auf Defago fehlten. Allerdings wendete er den Blick schnell auf das nächste Rennen. "Ich war gut dabei, deshalb fahre ich auch zuversichtlich nach Wengen. Ich weiß, dass ich es kann", meinte er.

Vor dem nächsten Speed-Weltcup in der Schweiz in der zweiten Januar-Woche will er eine Trainingspause wegen einer Verletzung an der Patellasehne einlegen. Diese zog er sich vor Weihnachten bei den Rennen in Gröden zu. "Es ist nichts Schlimmes. Ich will es nur nicht die ganze Saison mit mir rumschleppen", sagte Keppler, der zuletzt als Sechster im Super-G von Gröden geglänzt hatte.

Rest der deutschen Mannschaft scheitert

Insgesamt konnte das deutsche Team die eigenen hochgesteckten Hoffnungen nicht ganz erfüllen. Tobias Stechert verpasste auf Platz 33 ebenso Punkte wie Andreas Sander, der geschwächt durch einen Infekt 43. wurde. Bei seinem vierten Weltcup-Auftritt wurde Josef Ferstl zunächst abgewunken und kam im zweiten Anlauf auf einen respektablen 35. Rang.

sportal.de / sportal

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