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Wintersport: Didier Cuche gewinnt die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen

Didier Cuche hat ein Ziel. Der Schweizer will zu seinem Abschied am Saisonende unbedingt die fünfte Abfahrtskugel gewinnen und ist nach seinem Sieg auf der Kandahar auf dem besten Weg. Während der 37-Jährige feierte, verpassten die Österreicher erneut den ersten Sieg und Bode Miller sogar die Startnummernauslosung.

Didier Cuche hat die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen gewonnen und die Führung in der Abfahrtswertung von Beat Feuz übernommen, der nur auf Platz 23 gelandet war. Cuche gewann in einer Zeit von 1:09.10 Minuten und landete damit auch vor dem Kanadier Erik Guay und dem Österreicher Hannes Reichelt.

Zum 20. Mal stand er Cuche seinem Sieg vor dem kanadischen Weltmeister Guay, der ihn bei der WM geschlagen hatte, und Reichelt ganz oben auf dem Weltcup-Podest. "Ob es jetzt 19 oder 18 oder 20 sind, das ist nicht so wichtig. Ich fahre nicht Zahlen hinterher, aber ich gebe schon zu: Ich bin froh über den fünften Sieg in Kitz", sagte der gelernte Metzger.

Das Ziel ist die Kugel

Nach seinem letzten Abfahrtssieg in der Marktgemeinde wurde er mit Wurstspezialitäten aus der Region verabschiedet. Er selbst möchte mit seiner fünften Abfahrtskugel au revoir sagen, und diesem Ziel vieles unterordnen. "Wir überlegen, ob ich wirklich bei allen Riesen starte", erklärte Cuche einen möglichen Verzicht auf vereinzelte Riesentorläufe.

In 1:09.10 Minuten hatte der Schweizer den Kurs bewältigt und die Zeit von Erik Guay noch unterboten. Der Kanadier hatte am Ende einen Rückstand von 0,28 Sekunden und lag damit vor dem Österreicher Hannes Reichelt auf Platz zwei. Guay nannte es bei der ARD "die Revanche vom letzten Jahr".

Ausgiebig wurde der 37 Jahre alte Cuche nach dem Rennen zum zweiten Sieg nach seiner Rücktrittsankündigung zum Saisonende befragt, da blickte er nach Startnummer 45 aber doch noch einmal auf die Videowand. Denn oben stand der Amerikaner Bode Miller, den die Jury zu den hinteren Startern verbannt hatte.

Wer zu spät kommt ...

Der Kombinations-Olympiasieger war zu spät zur öffentlichen Startnummernauslosung erschienen und wurde regelkonform strafversetzt. "Ich bin mit Bode vorher in der Gondel hochgefahren, da hat er es mir erzählt. Er ist wohl zwei Minuten zu spät gekommen. Es gibt die Regel; ist halt so", erklärte Stephan Keppler, der erneut stürzte. Miller selbst fuhr sichtlich angefressen als 35. ins Ziel und entschwand wortlos.

Gerade als der Sprecher im Zielraum an Stephan Kepplers Sturzpech in der Vorsaison erinnerte, passierte es. Auf einer hochriskanten Linie kam der deutsche Skirennfahrer auf der Kandahar, wo er vor einem Jahr verletzt die Heim-WM verpasst hatte, zu Fall. "Ich bin volles Risiko gegangen, das wurde nicht belohnt", sagte Keppler. "Mein Ziel war auf jeden Fall Top-10 oder das Stockerl zu attackieren - das ging nur mit vollem Risiko."

Bester Deutscher war Andreas Sander, der das Rennen auf Platz 21 beendete und damit Punkte holte. "Ich bin mit dem Ergebnis und der Fahrt auf jeden Fall zufrieden", sagte Sander nach seinem zweitbesten Abfahrtsergebnis. Dagegen sorgte die waghalsige Linie Kepplers vor den ARD-Kameras für Diskussionen. "Die Linie war exklusiv. Es ist leichtsinnig, da so zu fahren", befand TV-Experte Markus Wasmeier.

sportal.de / sportal

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