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Wintersport: Kofler besiegt Schlierenzauer in Innsbruck

Gregor Schlierenzauer hat im Wind-Chaos von Innsbruck die Chance auf den Gewinn des Grand Slams verpasst. Damit entgeht dem Österreicher auch das Preisgeld in Höhe von einer Million Schweizer Franken für den Gewinn aller vier Springen der Vierschanzentournee. Nutznießer war Andreas Kofler, der vor Schlierenzauer siegte.

Nach den Siegen von Oberstdorf und Garmisch-Patenkirchen durfte Gregor Schlierenzauer kurzzeitig vom ersten Grand Slam bei der Vierschanzentournee nach Sven Hannawald träumen, doch beim dritten Springen in Innsbruck bei katastrophalen Windbedingungen musste er alle Hoffnungen begraben. Er wurde Zweiter hinter seinem österreichischen Landsmann Andreas Kofler.

Damit verpasste Schlierenzauer auch die Chance auf den Gewinn des ausgelobten Preisgeldes von einer Million Schweizer Franken für den Gewinn aller vier Springen. Den dritten Platz belegte Taku Takeuchi aus Japan. In der Gesamtwertung bleibt Schlierenzauer vor Kofler in Führung. 

Als bester Deutscher kam Maximilian Mechler auf Platz sieben, Michael Neumayer wurde Achter. Severin Freund vergab hingegen alle Chancen auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung. Der 23-Jährige musste sich nach Sprüngen auf 118,5 und 116,5 Meter mit Rang 21 zufriedengeben. Freund wurde zwar auch nicht vom Wind begünstigt, bei ihm waren jedoch eher technisch schwache Sprünge für das enttäuschende Resultat verantwortlich. 

Fader Beigeschmack nach Windlotterie

Die Veranstaltung am Berg Isel litt jedoch unter den äußeren Bedingungen und so blieb am Ende ein fader Beigeschmack. Von Beginn an wechselten die Windbedingungen ständig, sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang wurden zwischendurch die Anlauflängen verändert. Aufgefangen werden sollen die unterschiedlichen Bedingungen durch ein kompliziertes Bonuspunktesystem, doch auch diesem sind Grenzen gesetzt.

Am schlimmsten erwischte es Daiki Ito der vor dem Springen Dritter der Gesamtwertung war und im zweiten Durchgang als Sechster bei katastrophalen Bedingungen die Schanze hinunter gejagt wurde. Der Japaner stürzte bei 91,5 Metern ab und wurde bis auf den 27. Rang durchgereicht. Zu diesem Zeitpunkt schien es so, als wollte die Jury den Wettkampf noch vor dem angekündigten Schneefall durchziehen, doch nach Ito wurde doch eine mehrminütige Pause eingelegt.

Stoch ohne Chance auf den Sieg

Der Schnee kam nicht, dafür kurzzeitig jede Menge Aufwind – in dieser Phase wurde Kofler losgeschickt. Der Österreicher nutzte die Gunst der Sekunde und flog bis auf 131,5 Meter. Die folgenden Anders Bardal, Takeuchi und Schlierenzauer hatten weniger gute Bedingungen und kamen an Kofler nicht mehr heran.

Kamil Stoch, der Führende des ersten Durchgangs wurde bei deutlich schlechterem Wind losgeschickt – bittere 108 Meter und Platz neun waren die traurige, aber logische Konsequenz. Ein weiteres Opfer war Thomas Morgenstern, dessen Siegchance schon im ersten Durchgang vom Wind verblasen wurde. 

Neumayer sorgt für Anlaufverkürzung

Freud und Leid lagen bei dem unberechenbaren Wind dicht beieinander, das mussten auch die DSV-Adler erfahren. Hatte Richard Freitag im ersten Durchgang noch ordentliche Bedingungen, die er zu einem 128,5 Meter-Satz nutzte. Das brachte ihm Platz sieben ein, doch im Finale musste er direkt vor Daiki Ito bei ebenfalls schlechten Bedingungen springen. 114 Meter warfen ihn weit zurück. 

Maximilian Mechler, der als Zweiter der Qualifikation für Furore gesorgt hatte, lieferte zwei blitzsaubere Sprünge ab, allein der Wind verhinderte ihm im ersten Durchgang  (119 Meter/126 Meter) ein noch besseres Ergebnis als den siebten Rang. Glück hatte Michael Neumayer, der beim ersten Sprung viel Aufwind hatte. Nach seinen 132 Metern verkürzte die Jury den Anlauf. Neumayer bestätigte die gute Leistung im zweiten Durchgang mit einem weiteren starken Satz und belohnte sich dafür mit einem achten Platz. 

sportal.de / sportal

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