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60. Jahrestag: IWF-Konferenz mit Appell an USA eröffnet

Abbau des Defizits in den USA, Strukturreform in Europa und Japan: So lautet die Forderung des neuen IWF-Direktors Rodrigo Rato zum Auftakt der IWF-Konferenz zum 60. Jahrestag.

Der neue IWF-Direktor Rodrigo Rato hat bei einer Konferenz zum 60. Jahrestag des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank die USA zum Abbau ihres Leistungsbilanz-Defizits aufgefordert. Dazu sei ein "aktives Bemühen" notwendig. An die Europäer und Japaner appellierte der Nachfolger von Horst Köhler am Montag, durch Strukturreformen mehr zu einem ausgeglichenen und dauerhaften Weltwirtschaftswachstum beizutragen.

Wachstumsprognose wird nicht korrigiert

Die aktuelle Prognose, die von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent ausgeht, werde kurzfristig nicht verändert, sagte der ehemalige spanische Wirtschaftsminister zur Eröffnung der zweitägigen Konferenz in Madrid. Diese Marke könne auch angesichts der Ölpreisentwicklung geschafft werden. Zu Europa meinte der neue IWF-Chef, die Erholung der Binnennachfrage und höhere Steuereinnahmen seien eine "großartige Gelegenheit", steuerliche Unausgewogenheiten zu bereinigen.

An der Konferenz in Madrid unter dem Titel "Dollars, Schulden und Defizite - 60 Jahre nach Bretton Woods" nehmen unter anderen der spanische Wirtschaftsminister Pedro Solbes und der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean Claude Trichet, teil. Auch der Vizepräsident der Bundesbank, Jürgen Stark, wollte zu dem Treffen anreisen.

Erste internationale Auftritt für Rato

Der Konferenzort Madrid war nach Informationen der Tageszeitung "El Pais" bereits vor der Wahl des Spaniers Rato zum neuen IWF- Direktor bestimmt worden. Für den Anfang Mai gewählten Rato war es der erste größere internationale Auftritt in seiner neuen Funktion.

IWF und Weltbank waren im Juli 1944 im amerikanischen Bretton Woods ins Leben gerufen worden. Kritiker hatten den Institutionen in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, mit ihren strengen Auflagen, die Armut in den Krisenländern noch zu verschlimmern.

DPA / DPA
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