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Hamburg: Anti-Rassismus-Aktion von Edeka: So hitzig diskutieren die Kunden

Ein Edeka-Markt in Hamburg hat mit einer ungewöhnlichen Aktion für viel Gesprächsstoff gesorgt: Um ein Zeichnen gegen Rassismus zu setzten, wurden alle ausländischen Produkte aus den Regalen entfernt. Doch bei den Kunden stößt die Kampagne auch auf Kritik.

Die leeren Regale in einer Hamburger Filiale von Edeka

Die leeren Regale in einer Hamburger Filiale von Edeka

Wer am vergangenen Wochenende im Edeka-Markt in der Hamburger Hafencity einkaufen wollte, den erwartete eine Überraschung: Viele der Regale waren schlicht leer. Statt zahlreicher Leckereien erwarteten die Kunden Pappschilder. "So leer wären unsere Regale ohne Ausländer" oder "Dieses Regal zeigt: Wir wären ärmer ohne Vielfalt" mussten die Konsumenten darauf lesen. Bei seiner Kundschaft hat Edeka damit nicht nur für Beifall gesorgt.

Auf Facebook tobt eine hitzige Diskussion. So manch einer fühlt sich bevormundet und erklärt Edeka den Boykott.  Mit eurer "Antirassismus"-Aktion habt ihr euch einen Bärendienst getan. Ich werde in Zukunft nicht mehr den Wocheneinkauf für meine sechsköpfige Familie bei euch tätigen. Das sind pro Woche ca. 200 € weniger für euch", schriebt ein Nutzer.

"Gott sei Dank gibt es noch Discounter, deren Führung noch alle beisammen haben, diese Aktion ist völlig unsinnig und ökonomisch nicht nachvollziehbar, da man auf diese Art sich nur selbst schadet, da die Kunden zur Konkurrenz gehen, die sich über solch dumme Aktionen und über den zusätzlichen Kundenzulauf freuen. Diese Aktion zeigt mal wieder, dass immer mehr Ideologen statt Ökonomen solche Läden führen, die dem Bürger mit solch lächerlichen und unüberlegten Aktionen ihre Meinung aufzwingen wollen", beklagt ein anderer.

Einheimische Produkte gegen ausländische Importe

Auch zahlreiche Hasskommentare sind dabei. Sowohl von denjenigen, die die Aktion ablehnen, als auch von denjenigen, die jegliche Kritik daran nicht hören wollen. Doch viele diskutieren auch die Frage, ob die Kampagne überhaupt dazu geeignet ist, eine Anti-Rassismus-Botschaft zu vermitteln. 

"Bisher fand ich einige Werbeaktionen von Edeka ziemlich witzig. Für Eure 'Regale-Aktion' fehlt mir jedes Verständnis. Darüber hinaus ist die Aussage absolut sinnfrei und ideologisch geprägter Unsinn. Mehr muss man dazu nicht sagen. Nur noch soviel. Da ich ja gottseidank die Wahl habe wo ich einkaufe, werde ich EDEKA künftig meiden. Einfach weil ich mich über so einen Scheiß ärgere!", schreibt etwa ein User. "Der Logik dieser zwei hochgradig intellektuellen Lichtgestalten von EDEKA nach müsste dann 'Mutterland' zutiefst rassistisch sein, oder?", gibt eine Nutzerin zu bedenken. "Mutterland" ist eine kleine Markt-Kette, die regionale Delikatessen und Feinkost aus Deutschland vertreibt.

Tatsächlich stellt für viele Nutzer der Hype um regionale Lebensmittel und die Edeka-Aktion einen Widerspruch dar. So manch einer stellt sich die Frage: Soll man denn nun einheimische Produkte kaufen, um die Umwelt zu schonen und lokale Bauern zu unterstützen? Oder doch lieber die exotischen Waren aus dem Ausland?

Was hat die Edeka-Aktion mit Rassismus zu tun?

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass niemand etwas gegen ausländische Produkte im Supermarkt habe. Viele verstehen gar nicht, was dies mit Rassismus zu tun haben soll. Dagegen, dass der Kaffee aus afrikanischen Ländern importiert wird, habe niemand etwas einzuwenden, dagegen, dass Menschen aus Afrika nach Deutschland kommen, hingegen schon.

Die leeren Regale in einer Hamburger Filiale von Edeka
ivi