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iPhone und Co. Apple stoppt vorerst Verkäufe in der Türkei

Mann vor Apple-Store
Apple hat auf den Lira-Absturz in der Türkei reagiert (Symbolfoto)
© NurPhoto / Imago Images
Die türkische Lira fällt und fällt. Die Wirtschaftskrise in der Türkei zieht weite Kreise und wirkt sich jetzt auch auf den Preis etwa von iPhones aus. Apple hat deshalb die Verkäufe diverser Produkte im Land vorerst gestoppt.

"Derzeit nicht verfügbar", diese Worte müssen die Verbraucher in der Türkei nun häufig lesen, wenn sie auf der Internetseite von Apple ein Produkt kaufen möchten. Der Elektronikriese hat den Verkauf vieler Produkte nämlich vorerst eingestellt. Grund ist der extreme Verfall der türkischen Lira.

Nachdem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag eine "wettbewerbsfähige" Lira gefordert und die fallenden Zinsen verteidigt hatte, fiel die Lira zum Dollar und Euro auf einen Rekordtiefstand. Der Werteverfall in der Türkei nimmt immer weiter zu – und damit auch die Sorgen vieler Türken.

"Die Menschen strömen in unsere Läden", sagte ein Mitarbeiter eines Apple-Ladens in Istanbul gegenüber "ntv". Dem Verkäufer zufolge sehen sie iPhones und andere Produkte als Wertanlage. "Die Leute wissen, dass sie die Sachen ein Jahr später für mehr verkaufen können, als sie bezahlt haben." Schließlich war der Verkaufswert der iPhone-Geräte um fast 300 Dollar gefallen.

Und viele Türken glauben, dass sich der Preisanstieg der türkischen Lira im Gegensatz zum Dollar und Euro fortsetzen wird. Am Dienstag wurden gegenüber dem Dollar Tagesverluste um zeitweise zehn Prozent verzeichnet. Ein Dollar kostete über zwölf Lira –mehr denn je. Der Eurokurs kam auf 14,05 Lira. Allein im November hat die Lira rund ein Viertel ihres Wertes verloren. Die Inflation im Land liegt bei knapp 20 Prozent.

Apple-Geräte, Immobilien, Lebensmittel: Lira-Verfall hat Folgen für zahlreiche Branchen

Neben Smartphones sind zum Beispiel auch Computer und Kosmetika in der Türkei deutlich günstiger als etwa in den USA. Apple sah sich deshalb offensichtlich zum Handeln gezwungen.

"Erdogan hat die Kontrolle über die Lira verloren", sagt der Analyst Timothy Ash und führt fort: "Weiß er überhaupt noch, was er tut?" Der türkische Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu kommentiert: "Erdogan ist zum nationalen Sicherheitsrisiko geworden."

iPhone und Co.: Apple stoppt vorerst Verkäufe in der Türkei

Der starke Verfall der Lira macht sich längst nämlich auch in anderen Branchen bemerkbar. Unsicherheit herrscht demnach unter anderem auch auf dem Immobilien- und Automobilmarkt. Wie das "Handelsblatt" berichtet, zogen Verbraucher den Verkauf ihres Autos zurück – in dem Glauben, dass der Wert ihres Fahrzeugs wegen des Dollar-Kurses noch weiter steigen wird. AKP-Politiker Zülfü Demirbag riet Bürgern, ihren Fleischkonsum zu reduzieren und auch bei anderen Lebensmitteln zu sparen. Statt zwei Kilo Tomaten sollten vielleicht auch zwei Stück reichen. Anfang November empfahl Energieminister Fatih Dönmez den Türken bereits, die Heizungen herunterzudrehen, um Kosten zu sparen. 

Quellen: ntv, Handelsblatt, mit Material von dpa


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