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Yi-Ko-Filialen eröffnen wieder: Burger-King-Mitarbeiter bleiben trotz Neustart verunsichert

Monatelang waren sie geschlossen, nun geht es endlich weiter in den geschlossenen Burger-King-Filialen. Doch auch nach dem Ende der Zwangspause ist die Verunsicherung bei den Beschäftigten groß.

Die Mitarbeiter der geschlossenen Filialen hoffen auf Klarheit vor Weihnachten

Die Mitarbeiter der geschlossenen Filialen hoffen auf Klarheit vor Weihnachten

Eine schnelle Zigarette noch vor der Tür, dann können die Mitarbeiter des Burger-King-Restaurants am Münchner Hauptbahnhof durchstarten. Wochenlang sind sie jeden Tag in die leere Filiale gekommen, haben ausgeharrt, auch kleine Arbeiten verrichtet - und sich dabei immer wieder die bange Frage gestellt, wie es nach dem Zerwürfnis zwischen der Fast-Food-Kette und ihrem größten deutschen Franchiser Yi-Ko weitergeht.

Auch jetzt, wo Grills und Fritteusen wieder anlaufen, bleibt die Ungewissheit. Viele hätten Angst um ihre Jobs und schauten sich auch nach neuen Arbeitsstellen um, sagt der junge Schichtleiter, der seinen Namen nicht nennen will. "Jetzt kann man nur warten. Ich hoffe, es wird alles gut im neuen Jahr."

Die Fast-Food-Kette selbst will dazu ausdrücklich ihren Beitrag leisten. Eine Lizenz-Einigung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft der Filialen, Marc Odebrecht, ein Massekredit zur Finanzierung des Neustarts und Trainings für die Mitarbeiter - Burger King tut einiges, um die Restaurants auf Vordermann zu bringen und auch flott zu machen für einen möglichen Investor.

Kunden lassen sich nicht abschrecken

Ob die Fast-Food-Kette und Odebrecht dafür schon jemanden im Auge haben, ist vorerst nicht zu erfahren. "Wir müssen das jetzt Schritt für Schritt entwickeln", sagt ein Sprecher Odebrechts. Zuerst einmal gehe es darum, dass alle Filialen nach gründlicher Vorbereitung wieder öffnen und der Geschäftsbetrieb stabil laufe. "Im nächsten Schritt kann man sich dann darum kümmern, wer ein angemessener Investor sein kann."

Noch vor der Insolvenz des Filial-Betreibers soll ein Interessent wegen der "eingeschränkten Informationslage" abgesprungen sein. Klar dürfte derweil sein, dass ein Betrieb in Eigenregie für die Fast-Food-Kette nicht in Frage kommt.

Burger King hatte Yi-Ko nach Wirbel um Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen im November fristlos gekündigt, die 89 Filialen mit ihren rund 3000 Beschäftigten mussten bald darauf schließen. Viele Kunden scheinen von dem Eklat nur wenig mitbekommen zu haben - und wenn doch, lassen sie sich deshalb nicht von einem Besuch der wiedereröffneten Schnellrestaurants abhalten.

In einem zweiten Burger-King-Restaurant im Münchner Hauptbahnhof sind die Bauzäune, die zur Absperrung vor der Tür standen, noch gar nicht richtig weggeräumt, da stehen schon zehn bis 15 Kunden an der Theke Schlange und wollen ihre Bestellungen aufgeben.

"Hygieneprobleme kann es überall geben"

Auch Wulf Richartz steuert am Montag eine der Filialen an. Er findet es mutig, dass die Fast-Food-Kette jetzt auf ihre Standards bei den betroffenen Filialen pocht. Die Probleme der vergangenen Wochen hätten auch damit zu tun, dass Ketten wie Burger King aufs Franchise-System setzen, sagt Richartz. Allerdings: "Hygieneprobleme kann es überall geben."

Bis zum Mittwoch dürften die Fast-Food-Kette und Odebrecht nun erst einmal alle Hände voll damit zu tun haben, alle 89 Filialen wieder in Gang zu bringen. Den Auftakt machten am Montag 26 Restaurants in München, Dortmund, Düsseldorf, Kaiserslautern, Essen und anderen Städten. "Das ist ein Stück weit eine Stabilisierung", sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Im nächsten Schritt müsse nun aber eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Anders als bei vielen anderen Insolvenzverfahren ist Odebrecht dabei auf die Zusammenarbeit mit der Fast-Food-Kette angewiesen, die als Franchisegeber grünes Licht für einen Investor geben müsste.

Der vorläufige Insolvenzverwalter kümmert sich auch um das Insolvenzgeld für die 3000 Beschäftigten. Bei aller Verunsicherung hat Odebrechts Sprecher für sie zumindest eine gute Nachricht parat: "Die Mitarbeiter sollen vor Weihnachten noch Geld sehen."

tob/DPA / DPA
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