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Interview Führungskraft gesucht! Komm, wir teilen uns den Job

Deutsche-Bahn-Managerinnen Janina Schönitz und Miriam Kotte
Deutsche-Bahn-Managerinnen Janina Schönitz und Miriam Kotte
© Deutsche Bahn
Die beiden Deutsche-Bahn-Managerinnen Miriam Kotte und Janina Schönitz fanden die gleiche Führungsposition spannend – und bewarben sich einfach gemeinsam darauf. Jetzt sind sie Chefinnen im Jobsharing. Wie funktioniert das?

Seit einem Jahr teilen sich Miriam Kotte und Janina Schönitz ihre Chefinnen-Position, als "Head of Digital Transformation" sind sie mit für die Digitalisierung der Deutschen Bahn zuständig. Jobsharing nennt sich das. Oder auch Topsharing: das Teilen eines Chef:innen-Postens. Ein Trend der neuen Arbeitswelt, der in vielen Organisationen immer mehr Einzug hält. Es gibt nun das erste deutsche Botschafter-Ehepaar, das sich die Leitung der Deutschen Botschaft in Slowenien teilt; an der Uni Würzburg teilen sich zwei Medizinerinnen den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin und in München gibt es jetzt zwei "Bäderchefinnen", die für die Freibäder und Hallenbäder der Stadt zuständig sind. Im Online-Event des stern-Podcasts "Die Boss" werden Bahn-Managerinnen Kotte und Schönitz am 18. Mai genauer erzählen, wie ihr Jobsharing funktioniert – wir haben sie vorab schon kurz befragt.

Frau Kotte und Frau Schönitz, wer ist MiJa?

Miriam Kotte: MiJa ist die Persona, die wir aus unseren beiden Vornamen geschaffen haben. Sie ist immer erreichbar für unsere Kolleginnen und Kollegen – auch wenn wir beide in Teilzeit arbeiten. Jeder kann an unsere MiJa-Mailadresse schreiben und es antwortet diejenige, die gerade arbeitet oder wir klären untereinander, wer schreibt jetzt zurück.

Janina Schönitz: Das hilft zum Beispiel, wenn Leute nicht wissen, wer von uns ein Thema betreut. Da steht dann schon mal im Protokoll einer Sitzung: "Das macht MiJa." Und so ist es auf alle Fälle gut aufgehoben.

Was heißt Jobsharing in Ihrem Fall im Alltag?

Schönitz: Wir arbeiten beide 60 Prozent, unsere Arbeitszeiten überschneiden sich zu 10 Prozent. Das nutzen wir für Übergaben, für Strategietermine und gemeinsame Abstimmungen mit unseren Vorgesetzten. Am Anfang haben wir uns das tageweise aufgeteilt, sodass immer eine von uns da und ansprechbar war. Aber unser erstes Jobsharing-Jahr war das erste Corona-Jahr. Wir haben beide zwei Kinder im Homeschooling. Deswegen haben wir die Aufteilung flexibel gelebt – bestmöglich für Themen, das Team und uns persönlich.

Und wie sind Sie darauf gekommen?

Schönitz: Wir haben beide vorher ein Team alleine und in Vollzeit geführt. Als intern umstrukturiert wurde, ist in unserem Aufgabenbereich eine neue, größere Abteilung entstanden. Da haben wir überlegt: Wir bewerben uns auf die Leitung miteinander, nicht gegeneinander.

Kotte: Wir wollen auch in der Deutschen Bahn als zwei Powerfrauen zeigen, dass wir neue Wege gehen können. Wir hatten beide Lust auf mehr Flexibilität im Leben. Meine Zwillinge sind gerade in die Schule gekommen, da ist es gut, da sein zu können, wenn es nötig ist. Außerdem habe ich wieder mehr Zeit für mein Hobby.

Schönitz: Uns ist es ganz wichtig, dass es um mehr als Familie geht. Ich mache zum Beispiel gerade nebenbei eine Weiterbildung. Wir wollen auch noch andere Interessen in unserem Leben verwirklichen können. Dabei hilft das Jobsharing.


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