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Energiekrise Erneute Toilettenpapier-Engpässe drohen – Papierindustrie schlägt Alarm

Leere Toilettenpapier-Regale im Supermarkt
Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie standen Kund:innen in Supermärkten oftmals vor leeren Klopapier-Regalen
© Friso Gentsch/ / Picture Alliance
Dass die aktuelle Gaskrise dazu führen könnte, dass bald zu wenig Toilettenpapier hergestellt wird, dürfte die meisten überraschen. Die Deutsche Papierindustrie zeigt sich besorgt.

Es scheint, als würde sich die Geschichte wiederholen: In deutschen Supermärkten und Drogerien könnte Klopapier wieder zur Mangelware werden. Die Deutsche Papierindustrie warnt vor neuen Engpässen und spricht von einer Gefährdung der Versorgungssicherheit.

"In der gegenwärtigen Energiekrise ist unsere oberste Priorität die Sicherstellung der Versorgung der Menschen mit diesem wichtigen Gut", sagt der Vizepräsident des Verbands "Die Papierindustrie", Martin Krengel. "Im Hygienepapier-Produktionsprozess sind wir besonders auf Gas angewiesen. Bei einem Wegfall können wir die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten."

3,4 Prozent des globalen Toilettenpapiers wird in Deutschland produziert

Im Schnitt verbraucht jede:r Deutsche 134 Rollen Klopapier im Jahr. Krengel betont, dass Toilettenpapier nicht nur für die private Hygiene wichtig ist, sondern ebenso unverzichtbar am Arbeitsplatz und in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen und Flughäfen ist.

In Deutschland werden jährlich 750.000 Tonnen Toilettenpapier produziert. Dies entspricht etwa 3,4 Prozent der gesamten Papierproduktion. 125.000 Tonnen Toilettenpapier werden exportiert, etwa ebenso viel importiert. 

Ebenso viele "Falter" wie "Knüller"

Anlässlich des internationalen Tag des Toilettenpapiers am 26. August nennt der Verband auf einige Fakten rund ums das Hygienegut. Etwa die Hälfte der Deutschen "knüllt" sein Toilettenpapier bei der Nutzung, die andere Hälfte "faltet" es. Bei der Frage, in welche Richtung die Klopapierrolle aufgehängt gehört, herrscht größere Einigkeit: 96 Prozent hängt das Papier nach vorne und nicht hinten ab.

Vor der Erfindung des Klopapiers behalf man sich Blättern, Lumpen oder schlicht Wasser. Das erste Toilettenpapier kam 1857 in den USA auf den Markt. In Deutschland wurde es um 1880 produziert – von Beginn an in Rollen mit Perforation zum Abreißen oder als Einzelblätter. Toilettenpapier wurde  aus dem harten und rauen Krepp hergestellt, ehe 1958 erstmals das weichere Tissuepapier produziert wurde.

Quelle: Pressemitteilung von "Die Papierindustrie"

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