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Ferien-Flieger: Millionen-Spritze aus München

Der insolvente Ferienflieger Aero Lloyd kann neu starten. Die Bayerische Landesbank stellte fünf Millionen Euro für den Weiterbetrieb zur Verfügung.

Nach einer Geldspritze kann die insolvente Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd ihren Flugbetrieb in kleinem Umfang wieder aufnehmen. Wie Insolvenzverwalter Gerhard Walter nach einer Mitarbeiterversammlung am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Bayerische Landesbank (BLB) als Haupteigentümerin fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt, damit Aero Lloyd ein bis zwei Maschinen wieder einsetzen kann. Walter sprach von einem ersten Schritt, weitere Verhandlungen mit der BLB würden in der kommenden Woche geführt.

In der nächsten Woche werde man auch mit potenziellen öffentlich-rechtlichen Geldgebern sprechen. "Wir sind noch nicht am Ende", erklärte Walter. Die Frage, ob es interessierte Investoren an der Fluggesellschaft gebe, bejahte der Insolvenzverwalter. "Es gibt mehrere hoch interessante Gespräche. Ich bin überrascht, wie groß das Interesse ist." Walter fügte jedoch hinzu, dass das Unternehmen sicherlich nicht alle Mitarbeiter behalten werde. Nach seiner Schätzung dürften dies aber mehr als die Hälfte sein.

Erfüllung der Arbeitsplatzgarantie gefordert

Die Gewerkschaft ver.di hat der Bayerischen Landesbank unterdessen vorgeworfen, sich im Fall Aero Lloyd aus ihrer Verantwortung stehlen zu wollen. "Wir fordern die Erfüllung der vertraglich zugesicherten Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2004 ein", sagte ver.di-Vorstandsmitglied Jan Kahmann. Die 1.400 Mitarbeiter hatten im Gegenzug für die Arbeitsplatzgarantie auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichtet.

"Betriebliche Bündnisse müssen verlässlich sein, sonst müssten wir keine mehr schließen", sagte Kahmann und kritisierte auch die bayerische Landesregierung, die als Anteilseigner der Bank ebenfalls Verantwortung trage.

Sollte die Bank ihrer Verantwortung gerecht werden und die für den Weiterbetrieb erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen, seien die Gewerkschaften zu weiteren Verhandlungen bereit. "Wenn es ein vernünftiges Konzept gibt, bin ich sicher, dass es eine Lösung gibt", sagte das für Verkehr zuständige Vorstandsmitglied. Vorstellbar seien "Verschlankungen an der einen oder anderen Stelle", die Suche nach Partnern oder die Einstellung von unrentablen Strecken.