Fluglinie DBA Manager teilen sich 20 Prozent


Vor einem Jahr übernahm Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl die marode Fluglinie DBA für einen symbolischen Euro. Jetzt sieht er deren Überleben gesichert und überlässt seinen Geschäftsführern 20 Prozent an der DBA.

Der Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat 20 Prozent seiner Anteile an der Fluglinie DBA an das Management des Unternehmens abgegeben. Die beiden Geschäftsführer Peter Wojahn und Martin Gauss übernahmen jeweils zehn Prozent der zweitgrößten deutschen Fluglinie. Zum Kaufpreis wollten sich das Unternehmen am Dienstag nicht äußern: "Wir haben aber deutlich mehr als 20 Cent bezahlt", sagte Gauss in Anspielung auf den symbolischen Kaufpreis von einem Euro, für den Wöhrl vor einem Jahr für die Airline von British Airways übernommen hatte.

Überleben der Fluglinie gesichert

"Die DBA ist nach rund einem Jahr Eigenständigkeit jetzt auf dem richtigen Weg", sagte Wöhrl, der im April in den Aufsichtsrat der Linie gewechselt war. Gauss und Wojahn gehören der DBA seit deren Gründung 1992 an und waren bereits vor Wöhrls Einstieg in leitenden Positionen. Gauss sagte dazu, der Einstieg der Geschäftsführung in das Unternehmen sei auch ein Zeichen an die Mitarbeiter, "dass es hier nach vorne geht". Die Fluggesellschaft habe ihr erstes Ziel erreicht: "Die DBA ist stabil genug, um aus eigener Kraft weiterzuleben", sagte der von nun ab geschäftsführende Gesellschafter.

Die Fluglinie wolle sich weiterhin preislich zwischen den reinen Billiganbietern und den etablierten Fluglinien positionieren. In anderen Ländern seien die Anbieter günstiger Businesstarife bereits erfolgreicher als die Billiglinien. "Wir operieren zu niedrigen Kosten, verbinden aber sehr teuere Airports miteinander", sagte Gauss. Die Preise werden weiterhin zwischen 25 Euro und 175 Euro als absoluter Obergrenze liegen. Laut Gauss kalkuliert die Linie mit ihren Angeboten je nach Auslastung einen Durchschnittspreis von 80 Euro als Zielvorgabe.

Ab 2005 in der Gewinnzone

"Wir wollen eine schwarze Null in diesem Geschäftsjahr schreiben", kündigte Gauss an. Ab kommenden Jahr werde die Fluglinie endgültig in der Gewinnzone landen. Schon jetzt sei die DBA in der Lage, aus eigener Kraft langsam zu wachsen. Im September werde die Flotte mit der 15. Boeing 737 erweitert. Gleichzeitig sollen München - Hannover und München - Dresden als neue Linien in den Flugplan aufgenommen werden, der dann aus zehn innerdeutschen und sechs internationale Strecken bestehen soll.

Um das Wachstum zu beschleunigen, schielt das Unternehmen jedoch weiterhin auf Kapital von außen: "Dafür ist es uns recht, wenn ein Investor kommt, oder wir so gut sind, dass ein Börsengang eine realistische Sache ist." Ein Gang aufs Börsenparkett sei jedoch in frühestens zwei bis drei Jahren denkbar, wenn die Fluglinie ein solide Finanzergebnisse garantieren könne. Sobald das Unternehmen in der Gewinnzone sei, soll zudem nicht nur das Management sondern die gesamte Belegschaft stärker am Unternehmen beteiligt werden. Wöhrl sagte, es sei sein Ziel, "dass in naher Zukunft alle DBA-Mitarbeiter Anteile an unserer aufstrebenden Airline halten".

AP AP DPA

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