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Analyse: Flucht ins Gold

Der Preis für das Edelmetall ist auf einem Sechs-Jahres-Hoch. Wer pessimistisch in die Zukunft blickt, steigt noch ein.

Der Langweiler hat alle ausgestochen: Nicht Aktien, Anleihen oder Immobilien - Gold machte im Anlagejahr 2002 das Rennen. Wer rechtzeitig auf das gelbe Edelmetall gesetzt hatte, liegt heute mit 25 Prozent im Plus. Inzwischen notiert der Goldpreis bei 350 Dollar je Feinunze, so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. Lohnt sich jetzt noch der Einstieg? Mehrere Gründe sprechen für einen weiter kletternden Goldpreis.

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Schwächelt der Dollar weiter, gewinnt das Edelmetall noch mehr an Wert. Denn dann müssen für Gold, das in der US-Währung gerechnet wird, mehr Dollar gezahlt werden. Angesichts eines weiter wachsenden Staatsdefizits in den USA ist eine Trendwende beim Dollarkurs nicht in Sicht.
* Für Anleger gibt es derzeit wenig Alternativen. Die Aussichten an den Börsen sind aufgrund der Wirtschaftsschwäche in den Industriestaaten ungewiss. Anleihen bringen wegen des niedrigen Zinsniveaus kaum Renditen. Die Nachfrage nach Gold könnte weiter steigen und den Preis hochschnellen lassen.
* Der drohende Krieg im Irak und die Furcht vor Terroranschlägen treiben die Anleger ins Gold als "sicheren Hafen".

Angst und Ungewissheit waren schon in der Vergangenheit wichtige Faktoren für den Goldkurs. So explodierte der Preis förmlich in den 70er Jahren mit der Ölkrise, um dann 20 Jahre lang kontinuierlich zu sinken. Der aktuelle Run setzte denn auch nicht mit den sinkenden Börsenkursen ein, sondern erst nach den Terroranschlägen in den USA und wurde durch die Irak-Krise noch beschleunigt. Das zeigt: Gold ist kein Alternativ-Investment zu Aktien, sondern ein reines Krisen-Investment. Das Edelmetall wird stark, wenn Terror, Krieg und Wirtschaftsrezession drohen.

Fazit:

Wer die Zukunft in düsteren Farben sieht, investiert einen Teil seines Vermögens in Gold, Experten raten zu fünf Prozent. Sollte sich die weltpolitische und wirtschaftliche Lage bessern, dürfte der Glanz des Goldes aber schnell verblassen.

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