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Bank: Wer ist Ihr Geld wert?

Mit fünf Leitfragen finden Sie heraus, welche Bank Sie brauchen und welche Angebote die richtigen für Sie sind.

Frank Donovitz, Joachim Reuter

Eine für alles?

Konditionen, Preise und Leistungen

Das gesamte Finanzgeschäft mit nur einer Bank, möglichst mit einem einzigen Berater abzuwickeln, das hat seinen Charme. Und gerade bei größeren Geschäften, wie etwa einer Immobilienfinanzierung, kann es sogar Vorteile haben. Denn für eine derartige "Hausbank" ist der Kunde gläsern, seine Finanzkraft auf Knopfdruck ersichtlich. Sie kann ihm vertrauen - und deswegen mit den Konditionen entgegenkommen.

Checkfrage: Bessert die Hausbank zum Beispiel Kredit- oder Tagesgeldzinsen bei Vorlage von Konkurrenzangeboten nach?

Die Antwort verrät viel über die Qualität einer Hausbank. Denn bei Instituten, die an einer langfristigen Geschäftsbeziehung interessiert sind, genügt oft schon der Hinweis auf die Konkurrenz, um die Konditionen zu verbessern.

Klappt das nicht, lohnt es sich, über weitere Bankverbindungen nachzudenken. Die Hausbank ist dann nur noch "Hauptbank", einzelne Geschäfte, wie etwa ein Tagesgeldkonto, werden mit der Konkurrenz gemacht. Hauptbank bleibt diejenige, die das Girokonto abwickelt.

Eine Hausbank ist gut, wenn man sich damit abfindet, nicht bei jedem Geschäft das letzte Zehntelprozent herauszuholen. Doch wenn aus Zehnteln mehr wird, andere Geldhäuser bei Spar- oder Kreditzinsen besser sind, wird man als Kunde sauer. Laut Umfragen sind weit über die Hälfte der Deutschen mit der Leistung ihrer Bank unzufrieden (siehe Grafik). Das liegt auch an den meist undurchsichtigen Gebühren vieler Institute: Die meisten Girokonten kosten etwas - meist pauschal. Dafür sind diverse Leistungen inklusive. Die billigste Bank muss aber nicht für jeden Verbraucher die passende Hausbank sein. Viel entscheidender ist zum Beispiel in der Regel, ob es genügend eigene Geldautomaten für die Bargeldversorgung gibt. Denn nur die sind kostenlos.

CheckFrage: Wie viele Geldautomaten sind kostenfrei?

Die Frage mag banal klingen, ist aber eine der größten Kostenfallen: Wer bei fremden Instituten etwas abhebt, muss bis zu fünf Euro pro Vorgang berappen. Im Jahr kommen da schnell über 200 Euro Gebühren dazu. Wer viel in Deutschland unterwegs ist, Bares mal hier, mal dort benötigt, kann mit einer Sparkasse als Hauptbank auf das größte Netz (mehr als 22 000 Automaten) zurückgreifen. Nummer zwei sind die Genossenschaftsbanken (circa 17 000 Automaten), gefolgt vom Verbund der Privatbanken Deutsche, Commerz, Dresdner, Hypo und Postbank mit 7000 Geräten.

Das einzige Institut, das seinen Kunden alle Automaten kostenlos zugänglich macht, ist die Citibank. Das gilt neuerdings sogar weltweit - bedenkenswert zumindest für Vielflieger. Dafür ist die Karte mit mindestens 30 Euro nicht ganz billig.

Fazit:

Wer nicht zu den zwanghaften Schnäppchenjägern gehört und immer alles am billigsten haben will, ist mit einer Hausbank gut bedient. Wer auf die Kosten achtet und den Mehraufwand nicht scheut, kommt kaum um eine Zweit- oder auch Drittbank herum.

Mensch oder Maschine?

Filialen, Internet und Beratung

Mal ehrlich: Wie viele Bankgeschäfte wickelt man noch am Schalter in einer Filiale ab? Bargeld abheben, Kontostand abfragen oder überweisen - für alles gibt es Automaten im Eingangsbereich. Oder das Internet. Verbraucher werden zu Do-ityourself-Bankern, und die Filialisten sparen viel Geld.

Zehn Millionen Bundesbürger haben inzwischen sogar ein Konto bei einer sogenannten Direktbank. "Direkt" bedeutet, dass der Kunde seine Bankgeschäfte immer selbst ausführt. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Filialen sind im Konzept nicht mehr vorgesehen.

Selbst wer sich im Internet nicht auskennt, kann Direktbanken nutzen. Bis auf die Net-Bank sind alle Institute auch via Telefon oder Fax erreichbar.

CheckFrage: Was kostet ein Anruf bei der Direktbank - und wie lange dauert es, verbunden zu werden?

Attraktiv sind Direktbanken vor allem durch ihre Konditionen: Der Verzicht auf Geschäftsstellen ermöglicht günstige Kontogebühren, hohe Habenzinsen und preiswerte Kredite.

Nachteil der Direktbanken: In der Regel bieten sie standardisierte Produkte und keine Beratung an. Kunden müssen selbst wissen, was sie wollen. Dafür sind die Angebote aber oft so einfach gestrickt, dass sie für jedermann verständlich sind. So gibt es im Kleingedruckten kaum versteckte Fallen, wie sie bei Filialisten noch relativ häufig zu finden sind. Kompliziertere Geschäfte wie Baufinanzierungen lassen sich bei Direktbanken mittlerweile im Telefongespräch oder online abwickeln. Die Comdirect Bank bietet in 18 Städten sogar persönliche Beratung für die Riester-Rente an. Das zeigt auch: Maschinen können Menschen nicht völlig ersetzen.

Und Maschinen erzeugen auch neue Risiken: Bankgeschäfte am Computer sind heikel, Kunden müssen einiges beachten, damit sie kein Opfer von Datendieben werden (siehe Kasten).

CheckFrage: Wie sicher ist Computerbanking?

Landet Geld zum Beispiel wegen eines Tippfehlers am PC auf dem falschen Konto, erhält man es nur schwer zurück.

Und Bargeld? Bei der Volkswagen Bank und der Karstadt-Quelle Bank kostet Automatennutzung Gebühren. Die anderen haben entweder eigene Automaten oder sind Verbünden angeschlossen, bei denen Abhebungen kostenlos möglich sind.

Fazit:

Direktbanken sind bei den Konditionen kaum zu schlagen. Als Hauptbank eignen sie sich aber nur für Kunden, die sowohl in Sachen Geld als auch in Kommunikationstechnik gut bewandert sind.

Beraten oder verkauft?

Prozente, Provisionen und Versicherungen

Die schlechte Nachricht zuerst: Keine Bank oder Sparkasse berät uneigennützig, keine für jeden Kunden perfekt. Das Gute: Es gibt eine einfache Regel, die hilft, Fehler beim Geldanlegen oder -leihen zu vermeiden: "Nur kaufen oder abschließen, was man wirklich verstanden hat." Diesen Rat gibt nicht irgendwer, sondern Rolf Hunck, seit 43 Jahren in Diensten der Deutschen Bank, heute Mitglied des Aufsichtsrates und Seniorberater der knapp zweihundert betuchtesten Privatkunden.

Geboten wird von allen Banken und Sparkassen mehr oder weniger dasselbe: Kredite, Sparangebote, Wertpapiere, Immobilien und, und, und.

Als eigentliche Leistung verkaufen die Geldhäuser mit Filialbetrieb gerne ihre Beratung. Bezahlt wird sie von den Kunden indirekt - in Form von Provisionen. Und deren Höhe, das wissen die wenigsten, ist Verhandlungssache. So fällt beim Kauf von Investmentfonds-Anteilen ein sogenannter Ausgabeaufschlag von zwei bis fünf Prozent an. Nach Rabatt zu fragen ist hier oft erfolgreich; besonders, wenn Kunden auf die günstigeren Konditionen bei Direktbanken oder der Deutschen Fondsbörse verweisen.

Noch höher als bei Wertpapiergeschäften sind Provisionen für das Vermitteln von Versicherungen und Firmenbeteiligungen. Kein Wunder also, dass mancher Berater auf solche Abschlüsse besonders scharf ist. Das erklärt auch, warum die großen Privatbanken, also Deutsche, Commerz, Postbank & Co., aber auch die Hamburger Sparkasse, immerhin das größte deutsche Institut dieser Art, bei der Riester-Rente bevorzugt Versicherungsangebote empfehlen: Sie bringen in der Regel viel höhere Provisionen.

CheckFrage: Gibt es die Riester-Rente auch als Fonds- oder Banksparplan?

Die richtige Antwort muss lauten: Ja. Nur Berater der Privatbanken müssten noch nachschieben: "Bei uns aber nur Fondssparen, Banksparen leider nicht." Dabei ist die kostengünstige Banksparvariante, die einige Sparkassen und Volksbanken bundesweit vertreiben, besonders für ältere Riester-Einsteiger geeignet. Mancher Berater wird erklären, dass Fondssparen und "fondsgebundene Versicherung" in puncto Riester ja praktisch identisch seien. Das stimmt, nur dass die Versicherungsvariante den Anlegern in aller Regel deutlich weniger Rendite bringt - und höhere Provision für Berater.

Wer zum Beispiel in einer Deutsche-Bank-Filiale nach der Riester-Rente fragt, dem kann es passieren, dass die anwesenden Mitarbeiter das konzerneigene Fondsspar-Angebot der Tochterfirma DWS überhaupt nicht kennen - oder jedenfalls so tun. Dabei wird es von der Stiftung Warentest gelobt, und seit kurzem zum halben Preis, sprich zur Hälfte des regulären Ausgabeaufschlags angeboten. Mehr Renditechancen, aber weniger Provision, und somit weniger empfehlenswert.

Wohlgemerkt: Das Beispiel Deutsche Bank ist kein Einzelfall. Gleiches könnte sich ebenso in Filialen anderer Privatbanken oder Sparkassen abspielen.

Damit nicht genug: Nahezu alle Geldinstitute haben sich fest mit einer Versicherung verbandelt. So kooperieren die Sparkassen unter anderem mit der Provinzial und der Neue Leben (Talanx-Konzern). Volks- und Raiffeisenbanken vermitteln Policen der R+V. Und auch jede Privatbank hat ihren "Partner": Die Deutsche Bank setzt auf Deutscher Herold, die Commerzbank auf die Volksfürsorge, die Hypo-Bank auf die Victoria, die Dresdner Bank gehört sogar der Allianz. Und so weiter. Ausschließlich die "Partner"-Offerten werden unter die Kundschaft gebracht, völlig egal, wie gut oder schlecht das Angebot im Marktvergleich dasteht. Und oft ist es beileibe nicht in jeder Sparte das beste, wie Studien von Versicherungsanalysten zeigen.

CheckFrage: Können Sie mir ein Vergleichsangebot einer anderen Versicherung machen oder zumindest deren Konditionen nennen?

Die Antwort dürfte meist "Nein" lauten. Pfiffige Kunden überraschen ihren Berater dann mit dem Gegenangebot eines Versicherungsmaklers oder Honorarberaters. Darauf folgende Gespräche zeigen, wie seriös und offen ein Bank- oder Sparkassenberater wirklich mit seinen Kunden umgeht.

Reine Verkaufsmasche sind zum Beispiel Kombi-Angebote aus Festzins und Wertpapieranlage. Denn durchgerechnet ist der Zins oft mager, es geht einzig um den Absatz von Investmentfonds an risikomüde Kunden. Gegen Ausgabeaufschlag, versteht sich.

Fazit:

Hinter der Beratung stecken fast immer vorgegebene Verkaufsinteressen. Deshalb Finger weg von Kombi-Angeboten aus Spar- und Wertpapiergeschäft, Vorsicht bei Versicherungen, und für Kleingedrucktes immer Zeit nehmen.

Ehrlich oder Ausland?

Koffer, Steuer und Fahnder

Abertausenden von Deut schen reicht ihre hei mische Bankverbindung nicht aus. Sie schicken ihr Geld auf Reisen. Der Anlass: Seit April 2005 darf der deutsche Fiskus sämtliche Konten im Inland ohne Begründung abfragen. Doch sie wollten nicht zum gläsernen Bürger werden, erklären Betroffene - Steuerflucht sei nicht ihr Ziel. Finanzbehörden sehen das anders: Für sie ist schon der Inhaber eines Kontos in der Schweiz verdächtig. Allein in Zürich sollen die Deutschen 500 Milliarden Euro gebunkert haben.

Beliebt sind vor allem die Schweiz, Österreich (Kleinwalsertal) und Liechtenstein; alle grenznah und deutschsprachig. Seit Juli 2005 treiben deren Banken für den deutschen Fiskus die sogenannte EU-Quellensteuer ein (siehe Grafik). Wer dort Geld für sich arbeiten lässt, sollte aber beachten: Die Quellensteuer ist nur eine Anzahlung für den Fiskus. Der Kunde muss die Erträge trotzdem daheim angeben. Sie werden dann mit dem Satz versteuert, der sich aus der Höhe der gesamten Einkünfte ergibt. Wer das nicht tut, begeht Steuerhinterziehung - wenn er denn auffällt.

Die Steuerfahndung hat es nicht leicht, "vergesslichen" Anlegern auf die Spur zu kommen. Diese schützt das Bankgeheimnis, auf das sich die drei Länder berufen. In Österreich erfährt selbst im Todesfall niemand etwas von vorhandenen Sparbüchern.

Und wie schafft der deutsche Anleger sein Geld in die Steueroasen? Eine Überweisung aus der Heimat hinterlässt Spuren. Wer seine Erträge zu Hause ordnungsgemäß angeben will, braucht den Weg des Geldes nicht zu kaschieren. Steuerhinterzieher bringen ihr Geld im Koffer zu den ausländischen Instituten. Sie müssen aber damit rechnen, bei Kontrollen aufzufallen, die Zollbeamte an der Grenze oder Steuerfahnder auf den grenznahen Autobahnen durchführen. Auch die Banken, bei denen sie ihr Geld einzahlen, verlangen einen Nachweis über Identität des Neukunden sowie die Herkunft des Vermögens (Kontoauszüge, Belege).

Fazit:

Für ehrliche Bürger ist ein Bankkonto jenseits der Landesgrenze abwegig, das Bankgeheimnis-Argument fadenscheinig. Wer partout in Deutschland keine Steuern zahlen will, sollte sich zumindest fragen, ob die "Fluchtburgen" auch in Jahren noch solche sind - Gesetze ändern sich, ebenso die technischen Möglichkeiten der Steuerfahndung.

Ethisch oder exotisch?

Sozial, nachhaltig und verantwortlich

Der Kunde, der sein Geld zur Bank bringt, erfährt in der Regel nicht, was sie damit macht. Er weiß nur, dass die Bank damit arbeitet, um eigene Gewinne zu erzielen. Vielleicht finanziert sie mit dem Geld ein ökologisch umstrittenes Projekt oder kauft Aktien von Rüstungsunternehmen. Die Deutsche Bank etwa ist mit 6,9 Prozent am Autokonzern Daimler-Chrysler beteiligt, der wiederum größter Aktionär des Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS ist. EADS produziert nicht nur Airbusse, sondern auch militärische Güter - bis hin zu Atomraketen in Frankreich.

Der Kunde kann auch keinerlei Einfluss nehmen, wenn seine Bank von dem Gewinn ihren Managern Millionengehälter zahlt. Was hinter den Kulissen vorgeht, bleibt der Kundschaft meist verborgen.

Dabei ist das Geschäft der Banken auf den ersten Blick einfach. Sie zahlt den Kunden für ihr Geld Zinsen und verleiht es in Form von Krediten zu einem höheren Zinssatz an andere Kunden oder Unternehmen. Damit macht die Bank Gewinn. Zugleich betreibt sie mit Kundengeldern Eigenhandel auf eigenes Risiko: Sie kauft davon Aktien oder Anleihen von Unternehmen oder der öffentlichen Hand (Staat, Land, Kommune). Die Bank verdient an Kurszuwachs, Dividenden und Zinsen - der Kunde sieht davon nichts.

Wer genau wissen will, was die Bank mit seinem Geld macht, und vor allem Wert auf eine ethisch oder ökologisch korrekte Verwendung legt, kann seine Finanzgeschäfte mit darauf spezialisierten Häusern abwickeln. In Deutschland gibt es vier solcher Institute: GLS, Umwelt-Bank, Ethik-Bank und Steyler Bank. Bisher erfolglos blieben hingegen "Frauen-Bank"-Projekte.

Ethik- und Ökobanken haben zwar deutlich weniger Kunden als die großen Geldhäuser wie Sparkassen (50 Millionen) oder Deutsche Bank (13 Millionen). Gleichwohl bieten sie die gesamte Palette an Bankgeschäften zu vergleichsweise attraktiven Konditionen. Ausnahme ist die Umwelt-Bank, die kein Girokonto im Angebot hat, sondern nur Einlagen- und Kreditgeschäfte macht. Sie kommt folglich nur als als Zweitbank infrage.

Zu beachten ist ferner, dass die Spezialinstitute kein Filialnetz besitzen. Der Kontakt zwischen Kunde und Bank läuft über Telefon, Fax oder via Internet, also wie bei Direktbanken.

Entscheidend ist

aber deren ethische oder ökologische Ausrichtung: Allen gemeinsam ist neben der deutschen Einlagensicherheit auch eine nachhaltige Geldanlagepolitik. Finanziert werden nur Unternehmen oder Projekte, die sozial sinnvoll sind und/ oder der Umwelt nicht schaden. Bei der 1974 gegründeten GLS Gemeinschaftsbank etwa entscheiden die circa 50 000 Kunden selbst, ob das Geld in Landwirtschaft, regenerative Energie, Kultur oder Gewerbe fließt. Wer einen Kredit erhalten hat, dessen Name wird regelmäßig im Kundenmagazin veröffentlicht. Eine Art "Basisdemokratie", die für andere Banken oder Sparkassen wohl nahezu undenkbar ist.

Die Umwelt-Bank

garantiert ihren rund 49 000 Anlegern und Schuldnern, dass Kredite ausschließlich an Umweltprojekte für Wind- und Solarenergie oder Biomasse vergeben werden. Kunden, die ein Haus bauen möchten, erhalten Sonderkonditionen: Je ökologischer die Immobilie, desto günstiger ist das Baudarlehen.

Eine christliche Ausrichtung verfolgt die Steyler Bank (circa 15 000 Kunden), die 1964 aus der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare hervorgegangen ist. Sie macht ihre Kreditgeschäfte nur mit Unternehmen, die dem Steyler Anspruch von "Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" gerecht werden, und entscheidet nach den Kriterien Natur-, Kultur- und Sozialverträglichkeit. Die Bankgewinne kommen den Hilfsprojekten der Steyler Missionare in 60 Ländern zugute.

Das kleinste Institut, die Ethik-Bank, verleiht das Geld ihrer 5000 Kunden an Firmen, die die Gleichberechtigung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter fördern und zudem die Umwelt schonen. Im Internet kann jedermann sehen, wer Kredite von der Ethik-Bank erhält.

Alle ethisch/ökologisch ausgerichteten Finanzler vergeben ihre Darlehen zu marktüblichen Konditionen - Kunden müssen also nicht fürchten, bei ihrer Einlage zugunsten "grüner" Bankgeschäfte draufzuzahlen.

Natürlich beraten diese Banken ihre Kundschaft auch bei Geldanlagen jenseits von Sparbriefen und Zinskonten. Im Angebot sind "grüne" Investmentfonds, die Aktien oder Anleihen nach ökologischen und ethischen Prinzipien auswählen. Deren Rendite kann mit der Wertentwicklung herkömmlicher Fonds durchaus mithalten.

Fazit:

Gemessen an ihrer Größe, sind Ethik- und Ökobanken bislang Exoten. Wer wissen möchte, was die Bank mit seinem Geld macht, und Direktbanking nicht scheut, ist bei ihnen gut aufgehoben. Die Konditionen können im Markt mithalten - das gute Gewissen gibt es sozusagen gratis.

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