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Banken: Drei Stiftungen verweigern HVB-Kapitalerhöhung

An der milliardenschweren Kapitalerhöhung der HypoVereinsbank wollen sich neben dem weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück auch drei Stiftungen nicht beteiligen.

An der milliardenschweren Kapitalerhöhung der HypoVereinsbank wollen sich neben dem weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück auch drei Stiftungen nicht beteiligen. Aus Bankenkreisen verlautete allerdings, die Summe von drei Milliarden Euro sei durch die Investmentbanken garantiert, daher komme die HypoVereinsbank nicht in Schwierigkeiten. Das «Handelsblatt» (Mittwochausgabe) hatte berichtet, dass die Stiftungen zusammen rund zehn Prozent der HVB-Aktien halten.

Stiftungen sitzen in Österreich und Bayern

Bei den Stiftungen handelt es sich um die AVZ-Stiftung aus Wien sowie die Bayerische Landesstiftung und die ebenfalls staatliche Bayerische Forschungsstiftung, bestätigten am Mittwoch das bayerische Finanzministerium und Bankenkreise in München. Die Kreise zeigten sich nicht überrascht von der Entscheidung der Stiftungen. "Dass die AVZ kein Geld dafür hat, ist kein Geheimnis", hieß es. An den Kapitalmärkten werde die Entscheidung voraussichtlich positiv gewertet, da die Aktie dadurch besser handelbar werde. Der Streubesitz vergrößere sich. Die Papiere der HVB gaben am Mittwochvormittag um zeitweise 2,58 Prozent auf 17,34 Euro nach.

2003 gab's Rekordverlust durch Abschreibungen

Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut hatte im vergangenen Jahr vor allem durch Abschreibungen auf Beteiligungen an den Versicherern Münchener Rück und der Allianz einen Rekordverlust von 2,6 Milliarden Euro verbucht und will sich mit der Kapitalmaßnahme mindestens drei Milliarden Euro beschaffen. Die Münchener Rück hatte bereits angekündigt, sich nicht daran zu beteiligen, ihr Anteil an der HVB sinkt dadurch von 25,7 auf 18,3 Prozent.

Stiftungen setzen auf festverzinsliche Wertpapiere

Im Finanzministerium wurde die Enthaltung der beiden bayerischen Stiftung mit der Diversifizierung des Portfolios begründet. Diese Strategie verfolgten die Stiftungen bereits seit längerem und setzten dabei verstärkt auf festverzinsliche Wertpapiere. Die Anteilsveränderungen ließen sich noch nicht genau abschätzen, da das genaue Volumen der Kapitalerhöhung noch nicht feststehe. Bisher halten die beiden bayerischen Stiftungen zusammen unter fünf Prozent, die AVZ-Beteiligung an der HVB liegt bei rund fünf Prozent.

Road-Show soll helfen

Dem Bericht zufolge wollen HVB-Chef Dieter Rampl und Finanzvorstand Wolfgang Sprissler von diesem Donnerstag (4. März) ab, bei großen institutionellen Investoren für die Kapitalerhöhung werben. Die so genannte Road-Show solle bis Dienstag kommender Woche dauern. Die HVB will insgesamt rund 214 Millionen neue Aktien zu einem Preis von mindestens 14 Euro ausgeben.

DPA