BÖRSEN WorldCom setzte Aktienmärkte unter Druck


Die Pleite des amerikanischen Telekommunikationskonzerns WorldCom hat die Aktienmärkte weltweit erneut unter Druck gesetzt. In Frankfurt, London und New York gab es ein dickes Minus.

Die WorldCom-Pleite setzte die Aktienmärkte weltweit unter Druck. Der deutsche Aktienindex DAX verlor am Montag 5,15 Prozent oder 200 Punkte auf 3.691 Zähler. Der Nemax50 schloss um 12,26 Punkte oder 2,25 Prozent leichter. An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte nach vorläufigen Berechnungen zum Bösenschluss um 234,68 Punkte oder 2,9 Prozent auf 7.784,58 Punkte.

Die Technologiebörse Nasdaq gab um 36,50 Punkte oder 2,8 Prozent auf 1.282,65 Punkte nach. Umgesetzt wurden 2,14 Milliarden Aktien nach 2,63 Milliarden am Freitag.

Der britische FTSE100 schloss unter der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Punkten bei 3,895 Punkten - den niedrigsten Stand seit knapp sechs Jahren.

Gegen den Trend legte in New York die Aktie von WorldCom zu. Sie wurde bei 14 Cents notiert und gewann damit im Vergleich zum Freitag 55 Prozent dazu. Allerdings lag der Kurs der Aktie vor einem Jahr noch bei rund 16 Dollar.

Schlimmer als Enron

WorldCom hatte am späten Sonntagabend - knapp einen Monat nach Bekanntwerden des Bilanzskandals - Insolvenzantrag gestellt und Gläubigerschutz beantragt. Der WorldCom-Zusammenbruch übertrifft noch die Pleite des Energiehändlers Enron im Dezember 2001, der ebenfalls Unregelmäßigkeiten in seinen Bilanzen eingeräumt hatte. WorldCom hatte vor knapp vier Wochen bekannt gegeben, dass fast vier Milliarden Dollar an Ausgaben in den Bilanzen unterschlagen wurden, um profitabler zu erscheinen.

Der Chef des Aktienfondsmanagements der Deutschen-Bank-Tochter DWS, Klaus Kaldemorgen, riet Anlegern zur Vorsicht. »So wie die Übertreibung nach oben in den neunziger Jahren maßlos war, ist es genauso denkbar, dass die Märkte nochmals panikartig nach unten übertreiben«, sagte er dem Anlegermagazin »Börse Online«. Solange diese Gefahr droht, sollten Anleger nicht den Helden spielen. Am prekärsten ist die Lage bei den Versicherern, da ihre Gewinne wiederum selbst von den Aktienkursen mit abhängen. »Je tiefer die Börsenkurse fallen, desto mehr Aktien muss die Assekuranz verkaufen«, wurde der Experte zitiert.


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