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Dreifacher Hexensabbat: Hexentanz an der Börse

Mit starken Umsätzen und heftig schwankenden Kursen reagieren die Aktienmärkte einmal im Quartal auf den großen Verfallstag an der Terminbörse Eurex. Diese Tage heißen im Börsenjargon auch »Triple Witch« oder »dreifacher Hexensabbat«.

Mit starken Umsätzen und heftig schwankenden Kursen reagieren die Aktienmärkte einmal im Quartal auf den großen Verfallstag an der Terminbörse Eurex. An jedem dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember verfallen gleichzeitig die Optionen und Futures auf den Deutschen Aktienindex (Dax) und Optionen auf einzelne Aktien. Dieser Tag wird im Börsenjargon als »Triple Witch« oder »dreifacher Hexensabbat« bezeichnet. Neben dem großen gibt es auch den kleinen Verfallstag am dritten Freitag jedes Monats, an dem lediglich die Optionen auf Aktien und den Dax fällig werden.

Kursbeeinflussung von Händlern

Hintergrund für den starken Börsenhandel vor und am großen Verfallstag sind Versuche von Marktteilnehmern, den Kurs von Aktien, auf die sie Derivate haben, in die gewünschte Richtung zu bewegen. Wer beispielsweise auf Kurssteigerungen bei der Allianz gewettet hatte, wird möglicherweise versuchen den zuletzt abgerutschten Preis für die Aktie nach oben zu treiben.

Zusammensetzung des Indizes ändert sich

An diesem Freitag kommt hinzu, dass die Deutsche Börse am Montag (23.09) die Zusammensetzung ihrer Indizes verändert. Fonds, welche die Indizes genau nachbilden, werden nach Ansicht von Händlern und Analysten am Freitag oder Montag versuchen, Aktien von Index-Aufsteigern zu kaufen und Papiere von Absteigern zu verkaufen. Dies könnte manche Effekte aus dem »Hexensabbat« noch verstärken, hieß es.

Altana steigt auf

Betroffen von der Indexumstellung sind die Aktien des Pharma- und Spezialchemieunternehmen Altana, die in den Dax aufrücken und die Papiere des Konkurrenten Degussa, die in den MDax für mittelgroße Werte absteigen. Im MDax werden ab Montag außerdem die Anteilsscheine der Immobilienbank Aareal, des Anlagenbauers Klöckner Werke und der Mannheimer Versicherung gehandelt. Dafür fallen das Beteiligungsunternehmen Gold-Zack, der Luftschiffbauer Cargolifter und der Anlagenbauer Babcock Borsig aus dem Nebenwerte-Index.

Tag der Abrechnung

Im Fokus der Anleger wird am Freitag die Mittagsauktion am Aktienmarkt stehen. An deren Ende wird der im elektronischen Handelssystem Xetra für die Dax-30-Werte festgestellte Auktionspreis das so genannte Settlement für den Future auf den Dax liefern. Damit steht auch der Abrechnungspreis für die Optionen auf den wichtigsten deutschen Aktienindex fest. In der Schlussauktion um 20.00 Uhr (MESZ) verfallen die Aktien-Optionen auf deutsche Anteilsscheine. In dieser Auktion wird der Abrechnungspreis festgelegt.

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