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Elektro: Niederländischer Philips-Konzern weist Rekordverlust aus

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat wegen milliardenschwerer Abschreibungen das vergangene Jahr mit einem Rekordverlust abgeschlossen.

Der Nettoverlust summierte sich auf 3,2 Milliarden Euro nach einem Minus von 2,5 Milliarden im Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vor allem Abschreibungen auf die Beteiligung an dem französischen Konzern Vivendi Universal belasteten die Bilanz. Insgesamt bezifferte Philips die Abschreibungen auf 3,26 Milliarden Euro.

Viertes Quartal positiv bewertet

Ohne die Sonderfaktoren hätte Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern einen Nettogewinn von 208 Millionen Euro ausgewiesen nach einem Minus von 779 Millionen Euro 2001. Operativ erzielte Philips einen Gewinn von 420 Millionen Euro, ein Zuwachs von 1,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Positiv wertete Konzernchef Gerard Kleisterlee die Entwicklung im vierten Quartal, in dem Philips einen operativen Gewinn von 47 Millionen Euro erzielte nach einem Minus von 458 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. „Wir sind ermutigt durch das operative Ergebnis, das in einem schwierigen Marktumfeld erzielt wurde“, sagte Kleisterlee.

Kosten und Schulden verringern

Zum laufenden Jahr äußerte sich Kleisterlee vorsichtig und wies auf die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten hin. Philips werde seine Politik fortsetzen, Kosten und Schulden zu verringern. Zugleich setze das Unternehmen auf Produkt- und Marketinginnovationen, sagte der Firmenchef. Philips liege voll im Plan bei der Verringerung der Kosten um insgesamt eine Milliarde Euro und bei dem Verkauf von Aktivitäten, die nicht zu Kerngeschäft gehörten. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich von Oktober bis zum Jahresende um 13.360 auf 170.087 Beschäftigte. Mehr als die Hälfte des Stellenabbaus führte Kleisterlee auf Dekonsolidierungen zurück.

Medizinische Systeme legten zu

Belastet wurde die Bilanz 2002 auch durch die anhaltende Schwäche der Telekommunikations- und PC-Märkte. Der Konzern-Umsatz verringerte sich um zwei Prozent auf 31,82 Milliarden Euro. Rückgänge verzeichnete das Unternehmen in den Bereichen Licht und Halbleiter. Zulegen konnte dagegen unter anderem das Segment Medizinische Systeme.