HOME

ERBSCHAFT: Erbschaft von Häusern in Spanien rechtzeitig regeln

Vorausschauend denken: die Erbschaftssteuer im Urlaubsparadies ist deutlich höher als in Deutschland. Deshalb sollte es auch ein Testament auch in spanischer Sprache geben, damit die Verhältnisse klare sind.

Spanien steht nach wie vor ganz oben auf der Beliebtheitsskala, wenn es um einen Wohnsitz im Ausland geht. Um überhöhte Erbschaftssteuern zu vermeiden, sollte der Käufer aber bereits beim Immobilienkauf die Nachlassplanung gründlich durchdenken.

Beliebtester Altersruhesitz

Nach einer Studie des Marktforschungsinstitutes Icon besichtigen jährlich rund 200.000 Urlauber während ihrer Ferien im Ausland Immobilien, die sie entweder als Feriendomizil oder als Alterwohnsitz erwerben möchten, wie es in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift »Private Banking« der Deutschen Bank heißt. Beliebtestes Ziel ist dabei Spanien.

Eigentlich gilt deutsches Recht

Nach Angaben der Deutschen Bank gilt für den deutschen Finca-Besitzer in Spanien in der Regel das deutsche Erbrecht. Unter zwei Voraussetzungen sollte ein Testament jedoch in spanischer Sprache bei einem spanischen Notar erstellt werden:

1.) Wenn der deutsche Erblasser seinen Lebensmittelpunkt auf Dauer nach Spanien verlegt hat

2.) Wenn sich der überwiegende Teil seines Vermögens dort befindet.

Und schließlich sollte sicher gestellt sein, dass sich der spanische Notar mit den Regelungen des deutschen Erbrechts auskennt.

Doppelbesteuerungsabkommen fehlt

Nach Angaben der Experten kann zur Steuerpflicht in Deutschland zusätzlich noch die Steuerpflicht in Spanien kommen. Denn ein Doppelbesteuerungsabkommen zur Erbschaftssteuer, das doppelte Belastungen vermeidet, gibt es nicht. Den Angaben zufolge ist die spanische Erbschaftssteuer wegen der geringeren Freibeträge erheblich höher als in Deutschland.

Achtung vor der »Plus Valia«

Hinzu komme noch die so genannte Plus Valia, eine kommunale Wertzuwachssteuer. Bei dieser kann ein fiktiver jährlicher Wertzuwachs der Immobilie mit einem Steuersatz von bis zu 30 Prozent belegt werden.

Die Experten machen folgende Beispielrechnung auf: Ein Kind mit einem eigenen Vermögen von 800.000 Mark erbt in Spanien eine Immobilie im Wert von 400.000 Mark. Während die Übertragung in Deutschland steuerfrei ist, müsste das Kind in Spanien rund 67.000 Mark Steuern zahlen, dabei ist die Plus Valia noch nicht berücksichtigt.