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Geld: Sixt bringt Billiganbieter auf die Straße

Die neue Konzerntochter "Sixti" soll mit supergünstigen Kleinwagen neue Kunden gewinnen, so lockt der Neo-Discounter z.B. mit einem Smart ab fünf Euro pro Tag.

Der Münchner Autovermieter Sixt will mit der neuen Billigmarke "Sixti" der Flaute beim Fahrzeugverleih gegensteuern. Mit der Discount-Tochter sollen Kunden bereits ab fünf Euro am Tag einen Kleinwagen wie den Smart mieten können, für acht Euro Tagesmiete soll auf dem deutschen Markt ein Ford Focus angeboten werden, wie Sixt am Dienstag in München ankündigte.

Mittlerweile mehr verkauft als vermietet

Im ersten Quartal konnte das Unternehmen vor allem mit Fahrzeugverkäufen seinen Umsatz um 18 Prozent auf 559 Millionen Euro steigern und schrieb im Vorjahresvergleich mit einem Gewinn von 0,3 Millionen Euro vor Steuern wieder schwarze Zahlen (Vorjahr: Minus 0,5 Millionen Euro).

Discount-Marke nur über Telefon und Internet zu buchen

Die Fahrzeuge der neuen Discount-Marke können den Angaben zufolge nur über Internet oder Telefon gebucht werden und müssen vom Kunden vollgetankt und gereinigt zurückgegeben werden. Das neue Angebot gilt bereits am (morgigen) Mittwoch in Deutschland zunächst in den sechs Großstädten München, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Köln und Düsseldorf sowie am Flughafen Niederrhein. Auch in Österreich, Schweiz, Frankreich und Großbritannien wird zeitgleich der Betrieb aufgenommen, insgesamt stehen 22 Stationen zur Verfügung.

Kaum Anlaufkosten

Vorstandschef Erich Sixt betonte, dass mit dem neuen Angebot kaum nennenswerte Anlaufkosten verbunden seien, da bestehende Vermietstationen leicht umgerüstet werden könnten. Bereits im kommenden Jahr solle die Tochter schwarze Zahlen schreiben.

Neue Gruppe von Privatkunden

Mit der neuen Marke solle eine Gruppe von Privatkunden erschlossen werden, die bisher nur selten zu Leihwagen greife. "Somit gibt es eine klare Abgrenzung zu unserem klassischen Autovermietgeschäft mit dem Schwerpunkt Geschäfts- und Firmenkunden", sagte Sixt. Die Discountmarke entspräche dem aktuellen "Low-cost-Zeitgeist" und sei eine gute Ergänzung des Konzerns. Der Firmengründer kündigte eine große Werbekampagne für die neue Marke an. Laut Branchenbeobachtern reagiert der Konzern damit auch auf eine wachsende Zahl von Billiganbietern, die auf den deutschen Markt drängen.

Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr wollte Sixt angesichts der unsicheren internationalen Wirtschaftsbedingungen nicht abgeben. Allerdings könne das Unternehmen mit seiner flexiblen Fahrzeugflotte auf negative Konjunkturentwicklungen sehr kurzfristig reagieren.