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Paradise Papers: So witzelte Sixt über Steuersünder - jetzt steht der Autovermieter selbst am Pranger

Autovermieter Sixt ist bekannt dafür, mit beißendem Spott auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Ein Plakatmotiv erweist sich nun in der Paradise-Papers-Affäre als Bumerang.

Werbemotiv von Sixt zu den Panama Papers im vergangenen Jahr

Werbemotiv von Sixt zu den Panama Papers im vergangenen Jahr

Die provokanten Werbemotive der Autovermietung Sixt sind berühmt-berüchtigt: So mussten sich die Griechen 2011 anhören, Sixt akzeptiere wieder Drachmen. Allen Nachbarn von Alexander Gauland empfahl Sixt nach dessen abschätzigem Boateng-Spruch günstige Umzugs-Lkw. Und Lokführer-Gewerkschafter Claus Weselsky machte die Autovermietung im Bahnstreik zum "Mitarbeiter des Monats".

Auch auf die Veröffentlichung der Panama Papers im vergangenen Jahr reagierten die Werbetexter von Sixt mit einem frechen Plakat. "Schnappt sie euch, Jungs! (Mietwagen für Steuerfahnder in über 4000 Stationen weltweit - auch in Panama)", textete die Kreativabteilung unter das Bild eines flotten BMW M4 Coupé. Doch diesmal ging der Witz nach hinten los.

Denn Firmen-Patriarch Erich Sixt und seine Frau Regine haben offenbar selbst eine Vorliebe für Offshore-Firmen in Steuerparadiesen. Laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) war das Ehepaar Sixt Kunde von Mossack Fonseca, der Steuervermeidungskanzlei im Zentrum der Panama Papers, über die sie zwei Offshore-Firmen auf den Britischen Jungferninseln führten. 

Sixt im Steuerparadies

In dem Paradise Papers getauften neuen Leak finden sich laut SZ, die die Papiere maßgeblich mitausgewertet hat, weitere Sixt-Firmen, die auf den Britischen Jungferninseln registriert sind. Sie dienen laut Sixts Steuerberater der Verwaltung von Privatgrundstücken und Privathäusern der Familie in der Karibik, schreibt die SZ.

Bekannt ist zudem, dass Sixt auch den Umweg über die Steueroase Malta nutzt, um interne Geschäfte zwischen verschiedenen Sixt-Firmen abzuwickeln. Der Inselstaat gilt als einer der beliebtesten Standorte für Briefkastenfirmen innerhalb der Europäischen Union. Hier sitzt auch die Sixt International Services GmbH. Leiht diese GmbH nun anderen Sixt-Firmen Geld, können diese die anfallenden Schuldzinsen steuerlich absetzen.

Die Sixt International Services GmbH muss zwar im Gegenzug Steuern auf die Zinseinkünfte zahlen, kann sich aber dank der maltesischen Steuergesetze das meiste davon wieder zurückholen. Ein Sixt-Sprecher bestätigte gegenüber der SZ, dass das Unternehmen diese Möglichkeit in Anspruch genommen habe, die Höhe der Ersparnis nannte er nicht.

Update 17:20 Uhr: Ein Sixt-Sprecher betonte gegenüber dem stern, dass Sixt - im Gegensatz zu Briefkastenfirmen - auf Malta einen operativen Geschäftsbetrieb unterhalte. Dies beinhalte Dienstleistungen wie die Auditierung von Franchisenehmern oder die Rekrutierung von Führungskräften. Zudem legte er Wert auf die Feststellung, dass Sixt "keine aggressiven Steuervermeidungsstrategien" nutze. Die Steuerquote von Sixt betrage 28,2 Prozent, was der üblichen Steuerquote in der EU entspreche.

bak