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Serie: So geht Geldanlage

Vermögensaufbau: Aktien für Anfänger: Was ist ein Depot - und wofür brauche ich das?

Wer heute Geld auf die hohe Kante legen will, kommt um Aktien kaum herum. Der stern erklärt Schritt für Schritt, wie auch Anfänger einsteigen können. Im zweiten Teil der Serie geht es um das passende Depot.

Geldanlage

Wer Aktien kaufen möchte, braucht ein Depot.

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Wer sein Geld anlegen will, kommt um Aktien nicht herum. Die Rendite ist ordentlich, die Risiken bei einer ausgewogenen Anlagestrategie überschaubar. Doch die Deutschen sind wahre Aktienmuffel. Nur elf Prozent der Haushalte besitzen Aktien, so eine Bundesbank-Studie. Die Gründe, warum sich die Deutschen nicht an Aktien herantrauen, haben das Deutsche Aktieninstitut und die Stuttgarter Börse abgefragt. Den meisten Befragten waren Aktien zu unsicher oder sie gaben an, zu wenig über Aktienmärkte zu wissen. Fast der Hälfte der Befragten war das ganze Thema zu umständlich. Und so klammern die Deutschen diese Form der Geldanlage aus - trotz Null-Zins-Phase.

Dabei ist die Geldanlage mit Aktien erstmal gar nicht so schwer. Als ersten Schritt brauchen Aktienbesitzer ein Depot. Dahinter verbirgt sich eine Art Konto, dass die gekauften Aktien oder Fonds auflistet. Im Grunde kann man bei jeder Geschäftsbank auch ein Depot eröffnen. Doch die Kosten dafür unterscheiden sich stark. Hier sollten Anleger die Angebote genau unter die Lupe nehmen, denn: Jeder Kostenpunkt muss über die Rendite wieder zurückfließen. Sehr hohe Gebühren schmälern also den Ertrag.

Geldanlage: Das richtige Depot finden

Als Faustregel gilt: Depots bei Filialbanken sind meist teurer als bei Online-Banken. Wer dennoch seiner Hausbank nicht den Rücken kehren will, sollte nach einem Online-Depot fragen. Viele Banken und auch die Sparkassen haben inzwischen ein Online-Angebot, das günstiger ist, als der Service in der Filiale. So kostet ein Depot bei der Deutschen Bank mindestens 20 Euro im Jahr an Gebühren, dazu verlangt die Bank für jede Transaktion zwischen 20 Euro (online) und 30 Euro (in der Filiale). Je nach Depotkurswert kommen weitere Kosten dazu, auch das Kaufen oder Verkaufen an unterschiedlichen Börsenplätzen geht zusätzlich ins Geld. Allerdings hat auch die Deutsche Bank einen Online-Broker im Angebot: Mit Maxblue wird das Depot deutlich günstiger. So fallen dort keine jährlichen Gebühren an, Sparplankonten sind kostenfrei.

Die Sparkassen bieten mit dem S-Broker ebenfalls eine günstige Online-Version an. Hier zahlen Anleger ab 8,99 Euro für den Wertpapierhandel, die Depotführung ist kostenlos. Ähnlich sieht es bei der Postbank aus, auch hier zahlen Kunden keine Gebühr für die Depotführung. Allerdings zeigen sich bei den Transaktionspreisen die großen Unterschiede: Für die Transaktion via Telefon zahlen Kunden 3 Euro, in der Filiale sind es 13 Euro. Eine eigene Broker-App hat die Postbank nicht, allerdings ist die Webseite auch für mobile Endgeräte optimiert. 

Direktbanken sind oftmals günstiger

Ebenfalls günstig sind Depots bei Direktbanken, wie ING, DKB, Consorsbank oder Comdirect. Hier fallen keine Jahresgebühren an, Anleger zahlen die Orderkosten pro Anlagebetrag. Wer eine einmalige Summe von 15.000 Euro durch Aktien ins Depot schiebt, zahlt zwischen 25 Euro (DKB) und rund 42 Euro (Comdirect und Consorsbank). Wer kleinere Beträge über einen Sparplan zum Aktien- oder Fondskauf nutzt, zahlt dafür 1,50 Euro bis 1,75 Euro. 

Welches nun das richtige Depot ist, liegt auch an der Art des Anlegens. Wer Aktien ständig kauft und verkauft, sollte auf günstige Transaktionskosten achten. Wer nur eine einmalige Summe anlegen möchte, braucht ein Depot ohne laufende Kosten. Und wer monatlich einige Euro sparen möchte, sollte auf Rabatte oder gebührenfreie Fonds und ETF achten.

Anfänger, die sich an das Thema rantasten, sind bei den Direktbanken gut aufgehoben. In regelmäßigen Abständen bieten die Banken Angebote für Neukunden. Allerdings sollte sich niemand durch ein Lockangebot für ein Depot entscheiden, sondern die langfristigen Kosten und die Nutzeroberfläche im Blick behalten.Viele Banken haben inzwischen eine Demo-Version des Depots ins Netz gestellt, so dass interessierte Nicht-Kunden ausprobieren können, ob sie mit der Menüführung und der Handhabung klarkommen. Wer sich sehr unsicher ist, kann auch das Online-Depot seiner Hausbank wählen - und so bei eventuellen Fragen einen Ansprechpartner vor Ort haben. Das kostet dann allerdings auch. 

So eröffnen Sie ein Depot

Nach der Depotentscheidung wird es leicht: Sie füllen online oder per Papierformular den Antrag aus. Dabei geht es nicht nur um Geburtsdatum und Adresse. Es werden auch Fragen zum Erfahrungshorizont mit Aktien gestellt - und auf der Grundlage ein Risikoprofil erarbeitet. Das kann später hochriskante Geldgeschäfte ausklammern. Außerdem muss ein Verrechnungskonto hinterlegt sein, in der Regel ein Girokonto. Von dort werden Kaufpreise und Gebühren abgebucht. Bei Online-Banken und Internet-Brokern haben Sie den Vorteil, dass diese meist beim zweiten Schritt - der Identifikation - auch alles web-basiert erledigen können. Per Webcam weisen Sie nach, wer Sie sind. Per Post kommen dann die Zugangsdaten. Wer keine Webcam hat, nutzt das Postident-Verfahren der Post. 

Und dann wären Sie stolzer Depotbesitzer. Welche Aktien oder Fonds nun darin landen sollten, erklären wir im dritten Teil der Geldanlage-Serie. 


Lesen Sie hier weitere Teile aus der stern-Serie Geldanlage für alle:

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