Märkte Börsen profitieren weiter von Kriegsnachrichten


Von den Nachrichten über den weiteren Vormarsch der US-geführten Truppen auf die irakische Hauptstadt Bagdad haben der Kurs des US-Dollar und die Aktien an der Tokioter Börse am Montag weiter profitiert.

Gold und Staatsanleihen, die in Krisenzeiten als sichere Anlagehäfen gelten, verbilligten sich. Auch der Ölpreis gab kräftig nach, weil Händler mit einer baldigen Rückkehr von irakischem Öl auf den Weltmarkt rechneten. "Es gibt kaum Zweifel daran, dass der ungünstige Einfluss des Krieges auf die Weltwirtschaft jeden Tag ein bisschen mehr abnimmt", sagte der Chefvolkswirt der Bank HSBC, John Edwards, in Sydney. Andere Analysten warnten jedoch vor nur kurzfristigen Effekten für den Markt und verwiesen auf die tief verwurzelten wirtschaftlichen Probleme in den USA.

Dollar stieg wieder

Der Dollar stieg zum Yen zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch bei 120,80 Yen. Gegen 07.00 MESZ pendelte er bei 128,41/46 Yen. Der Euro tendierte bei 1,0643 Dollar und damit fast einen Cent niedriger als im späten US-Handel.

Tokioter Börse legte zu

An der Börse in Tokio notierte der Nikkei-Index rund ein Prozent im Plus bei 8.150 Punkten, Händlern zufolge unter anderem gestützt von dem gestiegenen Dollar-Kurs und fest tendierenden Nasdaq-Futures. Kursverluste von Firmen, die am Freitag ihre Gewinnerwartungen zurückgenommen hatten, begrenzten den Anstieg jedoch. An den Märkten in Hongkong und Singapur war der Handel durch die Besorgnis über die wirtschaftlichen Folgen der Lungenkrankheit SARS gedämpft. Die Terminkontrakte für US-Rohöl sanken im außerbörslichen Handel um 2,3 Prozent.

Hoffnung auf baldiges Ende

US-Panzer und gepanzerte Fahrzeuge haben nach Angaben des US-Militärs am Montag die Innenstadt von Bagdad angegriffen. Im Kampf um die irakische Hauptstadt hatten die US-geführten Truppen am Sonntag nach eigenen Angaben die Stadt fast vollständig eingekreist.

Endet mit dem Krieg auch die Unsicherheit?

"Der Markt wird sich weiterhin auf den Krieg konzentrieren und unter der Annahme agieren, dass er in naher Zukunft beendet wird", sagte Peter Gottlieb, Portfolio-Manager bei First Albany Asset Management in New York. "Danach wird er sich wieder auf die Wirtschaft und die Unternehmensergebnisse einstellen." Angesichts der jüngsten Konjunkturdaten könnte die Konjunkturerholung in den USA nach Ansicht des prominenten US-Volkswirts Paul Krugman ins Stocken geraten. "Ich frage mich, ob ein Sieg im Irak das Ende der Unsicherheit oder der Beginn einer noch größeren Unsicherheit ist", schrieb er in einem Beitrag für die Zeitung "New York Times".


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker