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Pläne der EU-Kommission: Schäuble wehrt sich gegen lange Kontonummern

Die von der EU geplanten neuen Überweisungsstandards stoßen in Deutschland auf wenig Gegenliebe. Das Finanzministerium befürchtet, die Verbraucher mit den mehr als doppelt so langen Kontonummern zu überfordern - deutsche Bankkunden sollen deshalb ihre alten Nummern behalten dürfen.

Die Europäische Kommission will den Zahlungsverkehr innerhalb der EU vereinheitlichen. Dafür sollen spätestens ab 2013 alle Überweisungen - auch im Inland - über die langen Kontonummern (IBAN) sowie elfstellige Bankleitzahlen (BIC) abgewickelt werden. Doch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) möchte die Pläne aus Brüssel abschwächen: Deutsche Bankkunden sollen trotz der europaweiten Einführung der neuen, 22-stelligen Kontonummern ihre gewohnten kürzeren Nummern behalten dürfen.

Berlin befürchtet, dass die Deutschen die neuen Standards überfordern. "Zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge neben IBAN und BIC muss auch die Verwendung von Kontonummer und Bankleitzahl weiterhin möglich bleiben", heißt es in einem Schreiben des Finanzministeriums an die EU-Kommission. Auch Verbraucherschützer warnen vor Fehlern, wenn Bankkunden auf die mehr als doppelt so langen Kontonummern wechseln müssen.

Das Ministerium betonte allerdings, es gebe keinen Konflikt mit Brüssel. "Wir unterstützen einen einheitlichen Zahlungsverkehr in der EU. Gleichzeitig wollen wir aber sinnvolle Lösungen für die Verbraucher finden", sagte am Freitag eine Sprecherin. So sei es technisch kein Problem, dass Kunden weiterhin ihre gewohnten Kontonummern und Bankleitzahlen bei Überweisungen eintragen, die Banken die Daten dann aber mit einer Software in das von der EU gewünschte längere Format umrechnen.

Neue Nummern sollen 2013 eingeführt werden

Der Bankenverband wundert sich über die Aufregung: "Die internationale Bankkontonummer IBAN ist kein Schreckgespenst", sagte eine Sprecherin. Sie setze sich aus der bisherigen Bankleitzahl gefolgt von der Kontonummer zusammen. Neu seien lediglich das einheitliche Länderkürzel DE für Deutschland und zur Sicherheit eine zweistellige Prüfziffer. "Also muss sich der Kunde kaum umgewöhnen." Bei der EU-weiten Einführung seien aber angemessene Übergangsfristen sinnvoll

Die EU-Kommission erklärte, sie sei in engem Kontakt mit Deutschland. "Wir werden den Bedenken der Gesprächspartner Rechnung tragen, um einen reibungslosen Übergang auf die neuen Kontonummern zu ermöglichen", sagte eine EU-Beamtin in Brüssel. Deadline zur Einführung der neuen Nummern sei aber unverändert das Jahr 2013: "Unsere Auffassung, dass eine bindende Frist gesetzt werden sollte, hat sich nicht verändert."

Ihren Entwurf für den Ausbau des einheitlichen europäischen Zahlungssystems Sepa will die Brüsseler Behörde im Herbst vorstellen. Derzeit werden Experten angehört, der Entwurf ist momentan noch veränderbar. Nach den Worten der Kommissionsexpertin gibt es innerhalb der EU breite Unterstützung für die Pläne: "Eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten und auch das Europaparlament sind dafür."

ter/DPA / DPA