Reform Lohnsteuerkarten sollen abgeschafft werden

Die Bundesregierung will die Steuerverwaltung durchgreifend vereinfachen und dabei die Lohnsteuerkarten abschaffen. Von 2005 an sollen Arbeitgeber die Daten elektronisch den Finanzämtern melden.

Mittwoch sickerte es aus Berliner Regierungskreisen durch: Etwa von 2005 an sollen Lohn- und Einkommensteuer auf elektronischem Wege von den Arbeitgebern an die Finanzämter gemeldet werden, der Beschäftigte erhält darüber eine Bescheinigung. Seine Steuererklärung soll er ebenfalls elektronisch, aber auch weiter in Papierform abgeben können. Das Vorhaben sei mit den Ländern und den Koalitionsfraktionen bereits abgestimmt, hieß es weiter im Bundesfinanzministerium.

Vereinfachung des Steuerverfahrens

Mit der «dramatischen Vereinfachung» der Steuerverfahren würde eine Verabredung im rot-grünen Koalitionsvertrag umgesetzt. Während heute von der Ausstellung der Lohnsteuerkarten in den Gemeinden bis zur Steuererklärung elf Schritte notwendig sind, seien künftig nur noch sechs Stationen vorgesehen. Die Gemeinden würden völlig aus dem System herausgenommen. Allerdings werde für die Umstellung noch einige Zeit benötigt. Arbeitnehmer könnten sich künftig überzahlte Lohnsteuer auf elektronischem Weg auch zurückholen, ohne eine komplette Steuererklärung abzugeben.

Vereinheitlichung der Formulare

Zudem sollen auch die Formulare bundesweit vereinheitlicht werden. Bisher gibt es sieben verschiedene Vordrucke in den Ländern, die gegenseitig nicht einmal anerkannt würden. Künftig werde es einheitliche Formulare geben, die von der Homepage des Bundesfinanzministeriums herunter geladen werden könnten. Bis dahin hätten die Länder zugesagt, ihre Unterlagen gegenseitig anzuerkennen.

Neuregelung für Kirchensteuer

Vereinfachungen solle es ferner durch Pauschalierungen geben, hieß es weiter. So soll es zum Beispiel für die Kirchensteuer, die bisher als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden kann, eine Neuregelung geben. Danach soll es einen pauschalen dreiprozentigen Abzug von der geschuldeten Einkommensteuer geben. In der Wirkung hätte das so gut wie keine Veränderung zur Folge. Da die Pauschale aber in die Lohnsteuertabellen eingearbeitet würde, werde das Verfahren vereinfacht.


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