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Vermögensstudie: Reiche verraten, warum das Geld sie sehr glücklich macht

Sind Reiche glücklicher und was schätzen sie am Wohlstand? Diese Fragen stellte die Studie "The Why of Wealth". Das Ergebnis: Ein gut gefülltes Konto führt zu einem ausgeglichenen Seelenleben. Doch Männer und Frauen schätzen jeweils ganz andere Seiten des Reichtums.

Geld macht ein Leben möglich, das armen Menschen versperrt ist.

Geld macht ein Leben möglich, das armen Menschen versperrt ist.

Unsplash

Wirklich überraschend ist der Befund einer neuen Studie zu Reichtum nicht: Geld macht doch glücklich. So kann man die Kernaussage der Untersuchung "The Why of Wealth" zusammenfassen. "Why of Wealth" könnte man frei in "Warum sollte man reich sein?" übersetzen. Die Studie wurde von der Boston Private, einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, in Auftrag gegeben. Vermutlich, um besser zu verstehen, was die eigene Kundschaft im Inneren antreibt.

Für die Umfrage wurden in den USA 300 Personen befragt, die über ein Vermögen zwischen einer und 20 Millionen US-Dollar verfügen. Sie sollten sagen, was Reichtum für sie bedeutet und warum sie danach streben.-

Seelenfrieden statt Macht

Die meisten Befragten – 65 Prozent - gaben an, dass Reichtum ihnen Sicherheit und Seelenfrieden gibt. Glück steht für die Hälfte an zweiter Stelle. Insgesamt sind die Reichen sehr familienorientiert. Geld bedeutet, ein glückliches Familienleben zu haben, sagen 49 Prozent.

Ein Vermächtnis über den Tod hinaus spielte nur für 22 Prozent eine Rolle, auch Macht und Einfluss wurden nur von 24 Prozent genannt.

Zwischen den Geschlechtern ergeben sich dabei deutliche Unterschiede. Männer reagieren stärker auf die traditionellen Werte, die mit Reichtum verbunden werden. Sie schätzen Erfolg im Leben stärker - 44 Prozent gegenüber 34 Prozent bei Frauen, bei Macht und Einfluss sind es 28 zu 20 Prozent, bei Wohlstand 26 zu 15. Auch wenn es ein Klischee sei, folgern die Autoren der Studie, dass Frauen die innere Emotionalität des Reichtums wichtiger sei, während Männer mehr auf die Wirkung nach außen fokussiert seien.

Ambivalenz von Freiheit und Opfern

Insgesamt wird Reichtum von den Befragten als sehr positiv wahrgenommen, aber es ergeben sich auch komplexe Einstellungen. So gut der Reichtum sich für den Unterhalt der Lieben auswirkt, so bedauern viele auch, dass das Geldverdienen ihnen nicht genug Zeit für die Familie gelassen habe. Am oberen Ende der Vermögensspanne verspüren fast zwei Drittel dieses Bedauern. Durch die Studie zieht sich eine paradoxe Wirkung des Reichtums: Einerseits garantiert er ein hohes Maß an Freiheit, andererseits fordert der Aufbau eines Vermögens viele Opfer. "Es ist das Gefühl von Schuld über die ganze Zeit, die der Familie entzogen wurde", sagte David Murphy, Leiter der Vermögensberatung bei Boston Private. "Das Wachstum eines Unternehmens absorbiert nicht nur Zeit, es bindet auch sehr viele Emotionen. Die Angestellten werden zu einer eigenen Familie."

Paul Sullivan befragte Wohlhabende für die "New York Times" und stieß auf ähnliche Befunde. Die Unternehmerin Jane Daly, 62, sagte ihm: "Reichtum war gar nicht mein Ziel. Ich wollte, dass die Firma erfolgreich ist, weil so viele Familien von uns abhängig waren. Aber ich bin dankbar, dass der Reichtum mir die Freiheit gab, die ich sonst nicht gehabt hätte." Geschätzt wird am Reichtum, dass er vieles möglich mache. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie vor allem ihre finanzielle Unabhängigkeit und Freiheit schätzen.

Die Schattenseiten des Geldes

Ein gut gefülltes Bankkonto führt auch zu einem emotionalen Wohlbefinden, es ruft meist einen Gefühlsdreiklang von Befriedigung, Verantwortung und Dankbarkeit hervor. Immerhin 31 Prozent sagten, Geld sei aufregend und inspirierend. Wegen der Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten.

Wenn Wohlstand im Großen und Ganzen die Reichen recht glücklich macht, so gibt es auch ein paar Schattenseiten. Dazu zählt bei 31 Prozent die Furcht, den Wohlstand wieder zu verlieren. In der Umfrage zeigt sich auch ein Unbehagen der Reichen mit der Gesellschaft. 31 Prozent empfinden die Erwartungen der Umwelt als einengend und bedrückend, 30 Prozent bemängeln die Einstellung der Gesellschaft Reichen gegenüber.

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