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10 Cent für jede SMS-Tan? Das sagt der BGH zur Extra-Gebühr

Der Bundesgerichtshof hat einen Streit der Verbraucherzentralen mit der Sparkasse Groß-Gerau entschieden. Das Geldinstitut darf demnach eine Gebühr für SMS-Tan erheben - unter einer Bedingung.

SMS Tan

Die -Tan gehört zu den gängigsten Verfahren, um Überweisungen online zu tätigen. Die Bank schickt dem Kunden dabei für jede Überweisung einen neuen Zahlencode aufs Handy, ohne den der Zahlungsauftrag nicht abgeschlossen werden kann. Ein ganz normaler Vorgang für Online-Banking-Kunden.

Einige Banken nutzen das Verfahren aber als Hebel, um von ihren Kunden zusätzliche Gebühren zu kassieren. Laut einer Umfrage des Verbraucherportals Finanztip erheben mehr als 80 Banken Geld für per SMS versendete Tan. Mal sind es neun Cent, mal sogar 25 Cent. Bei einigen Banken sind zwei oder fünf SMS pro Monat kostenlos, bei anderen muss ab der ersten SMS gezahlt werden.

Gebühren für verwendete SMS-Tan zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun ein grundsätzliches Urteil zur Zulässigkeit solcher Gebühren gefällt. Demnach dürfen Banken für SMS-Tan tatsächlich Gebühren verlangen - aber nur, wenn die Tan auch verwendet wird (Az. XI ZR 260/15). Allein der Versand der Transaktionsnummer darf demnach noch nichts kosten, setzt der Kunde sie für einen Zahlungsauftrag ein, ist eine Gebühr dagegen okay.

Im vorliegenden Fall hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband die Sparkasse verklagt. Die Verbraucherschützer kritisierten, dass für jede SMS-Tan zehn Cent berechnet wurden, obwohl die Kunden bereits eine monatliche Kontoführungsgebühr von zwei Euro bezahlten.

Extra-Kosten beim Girokonto

Der Hintergrund des Streits ist ein größerer: Weil die Zinsen so niedrig sind, versuchen die Banken an anderer Stelle Geld an ihren Kunden zu verdienen. Manche erhöhen pauschal die Kontoführungsgebühren, andere erheben Extra-Gebühren für Standardleistungen - zum Beispiel fürs Geldabheben (mehr dazu hier) . Gerade bei den Konten mit sehr niedrigen Kontoführungsgebühren kostet häufig jeder Schlag extra.

Für Bankkunden heißt das SMS-Tan-Urteil: Sie müssen weiterhin genau hinschauen, wenn sie sich bei ihrer Bank für ein bestimmtes Tan-Verfahren entscheiden. Denn natürlich dürfen die Banken die Gebühr nicht einfach so erheben: Sie muss in den Geschäftsbedingungen genannt werden. 

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