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Steueraffäre: Liechtenstein-Daten sind "undänisch"

Während die deutschen Behörden keine moralischen Bedenken hatten, sich Informationen über deutsche Konten in Liechtenstein zu kaufen, lehnt Dänemark ein solches Vorgehen radikal ab: Gestohlene Unterlagen seien Hehlerware - und eine Verwendung zutiefst "undänisch".

Dänemark "bezahlt nicht für gestohlene Angaben"

Dänemark "bezahlt nicht für gestohlene Angaben"

Dänemarks Regierung stuft die vom deutschen Nachrichtendienst BND nach einem Diebstahl gekauften Daten über Konten in Liechtenstein als "Hehlerware" ein. Steuerminister Kristian Jensen sagte dazu am Dienstag in der Kopenhagener Zeitung "Børsen": "Wir haben nicht vor, gestohlene Angaben zu verwenden. Und wir bezahlen nicht für gestohlene Angaben."

Zur Zahlung von fünf Millionen Euro durch den Nachrichtendienst BND für die Unterlagen meinte Jensen, es sei ein "moralisches Problem, einen Verbrecher für Informationen zu entlohnen, die er gestohlen hat". Jensen erklärte weiter: "Diese Art von gehobener Hehleraktivität sagt mir nicht zu. Das ist ethisch nicht die richtige Methode, um eine korrekte Form der Steuerzahlung sicherzustellen".

Verwendung gestohlener Unterlagen "undänisch"

Die Steuerbehörde in Schweden bestätigte am Dienstag, dass sie starkes Interesse an den deutschen Unterlagen hat. Auch die nordeuropäischen Nachbarländer Norwegen und Finnland sollen nach Medienangaben bereits ihr Interesse bekundet haben, um gegen eigene Bürger wegen Steuerhinterziehung über Liechtensteiner Konten zu ermitteln.

Vertreter der dänischen Steuerbehörde erklärten, wenn entsprechendes Material im Wege der Amtshilfe ungebeten aus Deutschland nach Kopenhagen komme, werde man zum weiteren Vorgehen Stellung beziehen. Eine Sprecherin sagte im Rundfunk, die Verwendung gestohlener Unterlagen zu Fahndungszwecken betrachte man als "undänisch".

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